Cactus - V - Cover
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Cactus V


  • Label: Escapi Music/EDEL
  • Laufzeit: 63 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die einen schaffen es, die anderen nicht. Als Cactus Anfang der 70er Jahre in der Szene auftauchten, wurden sie in einem Atemzug mit Led Zeppelin genannt. Mit „Cactus“, „One Way… Or Another“, „Ot’n’Sweaty“ und „Restrictions“ hauten die Herren Carmine Appice (Drums), Tim Bogert (Bass), Jim McCarty (Gitarre) und Rusty Day (Gesang) gleich vier Alben in nur drei Jahren heraus und etablierten ihren bluesigen Hardrock an der Spitze. Anfang 1973 war der Spuk vorüber und die Band löste sich auf. Und so kam den Quartett lediglich eine Radnote in den Geschichtsbüchern zuteil, während Led Zeppelin die unbestrittenen Könige des Hardrock wurden.

Warum die Amerikaner mit „V“ jetzt, 33 Jahre später, noch mal zurückkehren, verrät uns das neue Label Escapi Music nicht. Offenbar hatten die alten Herren mal wieder Bock auf dreckig-rohen Bluesrock, denn an dem vorliegenden Album arbeiteten Cactus, die als maßgeblicher Einfluss für Van Halen, Kid Rock, Monster Magnet, Ted Nugent und King’s X gelten, geschlagene vier Jahre! Den 1982 verstorbenen Sänger Rusty Day hat man übrigens mit dem Ex-Savoy-Brown-Shouter Jimmy Kunes ersetzt, der seine Sache auf den 14 Tracks sehr gut macht.

Cactus toben sich auf dem von Carmine Appice produzierten Werk über eine Stunde in amtlich groovenden Bluesrockern im unverwechselbaren 70er Stil aus. Der Spaß an der Sache ist der Band dabei in jeder einzelnen Note anzuhören. Das Schlagzeug hoppelt voran, Gitarre und Mundharmonika folgen brav und Jimmy Kunes gurgelt die Noten. Ganz so wie vor 33 Jahren, denn an den Arrangements hat sich nicht wirklich etwas verändert, wie Carmine Appice zugeben muss: „Wir sind dieselbe Band, also sind die Songs sehr ähnlich wie die Sachen, die wir damals machten.“

Mit „V“ sprechen Cactus ganz gezielt die älteren Semester unter den Rockfans an. Vornehmlich die, die auch die frühen Platten der Band kennen. Diese werden Songs wie „Livin’ for today“ und „Blame/Game“ tatsächlich für das Produkt einer „heißen, fiesen Blues-Metal-Maschine“ halten. Jüngere Menschen könnten den Sound allerdings auch mit einer abgehalfterten Altherrenband assoziieren, die in verschwitzen Truckerkneipen ihre Rente aufbessert. Aber so gehässig sind wir nicht. Deshalb hat dieses rostige Blues-Eisen durchaus seine Berechtigung, auch wenn Cactus den Vergleich mit Led Zeppelin haushoch verlieren. Und unter den 14 Tracks finden sich durchaus ein paar richtig coole Nummern. Siehe unten…

Anspieltipps:

  • Nite to days
  • The groover
  • Blame/Game
  • Livin’ for today
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