Grave - As Rapture Comes - Cover
Große Ansicht

Grave As Rapture Comes


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Es war vor mehr als 15 Jahren. Die erste zaghafte Begegnung des Rezensenten mit Death Metal. Ausgelöst durch kuttentragende Metalheads an der Schule, die mit einer rauschenden Soundwolke aus ihren Walkmen den Pausenhof unsicher machten und damit eine unheimliche Neugier auslösten, was um Himmelswillen so besonders an gewitterartigen Riffwalzen und angsteinflößendem Grunzgesang sein soll. Und so führte irgendwann der Weg nach der Schule schnurstracks in eines von sage und schreibe zwei (!) Fachgeschäften im Ort, die neben Michael Jackson und Madonna auch solche Platten führten, die vom Teufel höchst selbst eingespielt worden zu sein schienen.

Der Wühltisch für minderbemittelte Taschengeldbezieher förderte damals ein Album namens „Into The Grave“ hervor – das Debüt einer schwedischen Death-Metal-Kapelle, die schon seit ein paar Jahren Kultstatus in der Szene besaß, obwohl bis dato nur ein paar Demos kursierten. Die Jungs nannten sich Grave und zauberten einen fiesen Brutalosound aufs Parkett, den man als Außenstehender nur als kranke Ausgeburt der Hölle bezeichnen konnte. Kein Wunder, dass sich die Band nach fünf Alben in sechs Jahren ausgepowert fühlte und eine längere Pause einlegte. Doch seit 2002 und dem Doppelalbum mit dem sinnigen Titel „Back From The Grave“ sind die Death-Metal-Pioniere wieder zurück und härter denn je am Werk!

Mit „As Rapture Comes“ legen Ola Lindgren (Gesang, Gitarre), Jonas Torndal (Gitarre), Fredrik Isaksson (Bass) und Pelle Ekegren (Drums) nun ihren siebten Studio-Schwedenhappen vor, der in gewohnter Manier durch die Botanik knallt und keine Gefangenen macht. Schnell steht fest: Veränderung ist nicht das Ding von Grave. Zwar hat man sich technisch und kompositorisch in all den Jahren stark verbessert, aber es wird noch immer mit äußerster Old-School-Brutalität auf die Zwölf gehauen. Ob mit ausuferndem Blast-Beat-Tempo („Unholy terror“, „Epic obliteration“), zähflüssigem Death-Doom („Battle of eden“) oder als ungewöhnlich melodische Coverband, die sich den „Alice In Chains“-Klassiker „Them bones“ vornimmt.

Mehr Dynamik, eine fette Produktion und abwechslungsreiche Songs. Die Altmeister des Death Metal sind noch lange nicht müde und stellen auf „As Rapture Comes“ erneut ihre Ausnahmestellung unter Beweis.

Anspieltipps:

  • Burn
  • Them bones
  • By demons bred
  • Living the dead behind
Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Grave“
comments powered by Disqus