Cheap Trick - Rockford - Cover
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Cheap Trick Rockford


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein angenehmes, lockeres Pop/Rock-Album.

Reunions, zu deutsch Wiedervereinigungen, in neuen Besetzungen oder im alten Original-Line-Up sind stark im Kommen. Vor allem die Fraktion des Soft- bzw. des Melodic Rock, die in den 80ern und 90ern im Trend lag, scheint enorm guter Dinge zu sein. Da wäre zum einen Chicago, die Ende April nach einer 15-jährigen Abstinenz „XXX“ auf den Markt warfen, und Survivor, die nach sage und schreibe 17 Lenzen „Reach“ unters Volk brachte. Nicht einmal annähernd so lang aus dem musikalischen Leben verschwunden, aber trotzdem im Umfeld der genannten Bands groß geworden, ist Cheap Trick, die seit ihrer Gründung melodieverliebten, eingängigen und stadiontauglichen Rock betreiben. Robin Zander (Gesang, Gitarre), Rick Nielsen (Gitarre), Bun E. Carlos (Schlagzeug) und Tom Petersson (Bass) haben sich nämlich nach einem selbstbetitelten Werk aus 1997 eine Pause gegönnt und veröffentlichten daraufhin Best-Of-Platten und Live-Mitschnitte. Erst 2003 präsentierten die Vier auf dem Output „Special one“ neues Material, schoben allerdings im Jahr danach die Zusammenstellung „Essential Cheap Trick“ nach.

Für „Rockford“, das eine Hommage an die Gründungsstadt der Band in Illinois darstellt, ließen sie sich demnach drei Jahre Zeit um an neuen Songs zu schreiben. Das Ergebnis ist zwar nicht äußerst gewagt, enttäuscht aber dennoch nicht. Tracks wie der Opener „Welcome to the world“, die erste Single „Perfect stranger” oder das an Status Quo erinnernde “Come on come on come on” versprühen eine gehörige Portion Laune und laden zu mehrmaligen Hörgenuß dieser großteils fröhlich angelegten Platte ein. Besonders hervorzuheben ist die stimmliche Darbietung von Sänger Robin Zander, der sich in den Stücken (z.B. „If it takes a lifetime“) enorm ins Zeug legt und nach all den Jahren uneingeschränkt zu gefallen weiß. Seine Mitmusiker stehen ihm in nichts nach, spielen souverän und professionell, die zahmen Songstrukturen überlassen ihnen allerdings nicht viel Bewegungsfreiheit, sodass die klangliche Ebene nicht stark über Radioniveau heraustritt, was live aber mit ziemlicher Sicherheit ausgeglichen wird.

Das schwächt das Erlebnis von „Rockford“ ein wenig, zerstört den Fluss der Stücke aber keineswegs. Lediglich der eine oder andere langweilige bzw. langatmige Part oder sich zu oft wiederholende Passagen trüben letztendlich wirklich den Gesamteindruck, was auch mit der fehlenden Experimentierfreudigkeit zusammenhängt. Sieht man davon ab, ist ein angenehmes, lockeres Pop/Rock-Album entstanden, das sich unaufdringlich in den Gehörgang schlängelt und locker für ein paar Tage oder Wochen festzusetzen weiß.

Anspieltipps:

  • O Claire
  • One More Day
  • Perfect Stranger
  • If It Takes A Lifetime
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