Daniel Cirera - Honestly I Love You Cough - Cover
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Daniel Cirera Honestly I Love You Cough


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Daniel Cirera ist ein ganz normaler junger Mann. 26 Jahre alt, Schwede mit spanischen Wurzeln, geboren in Malmö, wohnhaft in Stockholm und einem ganz normalen Job als Jurist nachgehend. In seiner Freizeit klimpert er auf der Gitarre herum, hängt mit seinen Kumpels ab und genießt das Leben mit seiner Freundin. Diese scheint ihr Leben ebenfalls auf ihre ganz eigene Art zu genießen. Sie betrügt Daniel und lässt ihn sitzen.

Um sein gebrochenes Herz zu therapieren, macht sich Daniel aus dem Staub und bereist die Welt. Über Nord- und Mittelamerika bis nach Spanien, seiner zweiten Heimat. In dieser Zeit schreibt er Tagebuch, um die gescheiterte Beziehung zu verarbeiten und komponiert ein paar Melodien, mit denen er seinen Schmerz, seine Wut und seine Trauer vertont. Nach seiner Rückkehr nimmt er die Songs im Keller seiner WG auf und über Umwege landet eine gebrannte CD mit Cireras Selbstheilungsliedern bei der Schallplattenindustrie.

In Schweden erschienen die Stücke unter dem Namen „Honestly I love You *Cough*“ ganz offiziell im September 2004. Drei Singles wurden seitdem veröffentlicht und Daniel Cirera als neue Singer/Songwriter-Hoffnung gefeiert. Das Timing für seinen akustischen Gitarrenpop á la Jack Johnson konnte auch nicht besser sein. Nur die streckenweise ziemlich deftigen Texte machen eine vergleichbare Familientauglichkeit im Sinne Jack Johnsons harmloser Surfersongs zunichte. Zudem muss sich der potenzielle Hörer ganz konsequent die Frage stellen, ob er tatsächlich an der persönlichen Katharsis des Schweden teilhaben will. Schließlich kehrt dieser sein Intimstes nach außen und könnte mit dieser ungewöhnlichen Offenheit den einen oder anderen Hörer verstören.

Das Grundgerüst der Songs basiert auf akustischen Gitarrenarrangements. Doch besonders eindrucksvoll wird es immer dann, wenn Cirera zur Mundharmonika greift und im Hintergrund sparsame Piano/Keyboardtupfer eingeflochten werden. Ein paar HipHop-Beats aus der Old School sind ebenfalls zu hören, genau wie feurige Bläserriffs. Darüber thront Ciceras dunkle, im Erzählton angesiedelte Stimme. Er nimmt den Hörer mit und lässt ihn hören wie er leidet („Sorry sorry sorry“), böse austeilt („Motherfucker – Fake vegetarian ex-girlfriend“), auf den Hund kommt („Dog“), über den perfekten Blow Job sinniert („She rules the school“), seine Jugend reflektiert („1992“), sich zum Erwachsenen erklärt („24“), Männerfreundschaften als die einzig wahren hinstellt („Castle of sand“) und unverblümt über Masturbieren singt („Why?“).

Und wenn er im letzten Song, „All of this“, schelmisch darüber singt, dass die Plattenfirma einen Hit von ihm verlangt, muss man konstatieren, dass er davon schon eine ganze Hand voll im Gepäck hat – genau wie ein recht überflüssiges, weil schlaftablettenartiges, Sex-Pistols-Cover („Anarchy in the UK“). Aber darüber sehen wir einfach hinweg. Man muss nämlich vergeben und vergessen können. Fragt Herrn Cirera…

Anspieltipps:

  • 24
  • 1992
  • All of this
  • Roadtrippin
  • Motherfucker
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