Metal Church - A Light In The Dark - Cover
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Metal Church A Light In The Dark


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 60 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem sich Metal Church 1993 nach der Veröffentlichung von “Hanging in the balance” aufgelöst hatten, dachte lange Zeit keines der Mitglieder über eine mögliche Reunion nach. Erst 5 Jahre später werkelte man gemeinsam an einem schlicht „Live“ betitelten Konzertmitschnitt und spielte ein neues Album mit Namen „Masterpeace“ ein, das noch vor der Jahrtausendwende erscheint, aber an alles andere erinnert als an ein (selbst wenn es sich hierbei nur um ein Wortspiel handelt) Meisterwerk. Daraufhin ließen sie sich für „The weight of the world“, dass 2004 erschienen ist, wieder massig viel Zeit, auch um die ständigen Besetzungswechsel in den Griff zu bekommen. An die alten Stärken wurde allerdings auch damit nicht angeschlossen, sodass bei dem bedeutungsschwangeren Titel des neuesten Werkes, „A light in the dark“, und dem dazugehörigen Cover zumindest so etwas wie Neugierde herrscht, könnte der Name der Platte schließlich auf das starke, zweite Album und somit auf solidere Kost als seine Vorgänger verweisen und die, im Mittelpunkt der Frontansicht prangende „heilige“ Gitarre, auf das Debüt verweisen, das Metal Church in der Szene einen respektablen Einstand brachte.

Gute Voraussetzungen also für das achte Opus der in Seattle gegründeten Band, die der einzige Überbleibende aus der Stammbesetzung, Gitarrist Kurdt Vanderhoof, zusätzlich schürt: „Es ist ziemlich genau zwanzig Jahre her, das wir mit unseren ersten beiden Veröffentlichungen die internationale Metal-Szene aufgemischt haben. Genau der richtige Zeitpunkt also, um mit einem brandneuen Werk und der gleichen Energie wie damals an diese Ära zu erinnern und gleichzeitig unseren Sound in die Gegenwart zu transportieren.“ Unterstützung fand er dabei mit Ronny Monroe (Gesang), Jay Reynolds (Gitarre), Steve Unger (Bass) und Jeff Plate, der nach seiner Stelle als Schlagzeuger von Savatage nun den abgegangenen Kirk Arrington vertritt.

Bei den ersten Takten vom Titeltrack und Opener „A light in the dark“, fällt sofort ein leicht dumpfer Klang auf, der zwar stört aber mit dem es sich leben lässt. Das Stück selbst bietet neben einem netten Einstieg ansonsten leider keine Besonderheiten und wird wie das in flauem Mid-Tempo gehaltene „Beyond all reason“ schnell langweilig. Dasselbe Spiel wiederholt sich bei den darauffolgenden Songs, die über durchschnittliches Metal-Niveau nicht hinauskommen. Der annähernde Zehnminüter „Temples of the sea“ vermittelt zumindest so etwas wie Stimmung, hier dauert es aber ebenfalls seine Zeit bis die Matte geschüttelt werden kann und der Hörer Befriedigung erfährt – das lahme Fade-Out hätte man sich dagegen sparen können. Zum Glück drücken sie bei „Pill for the kill“ und „Son of the son“ entgegen sich ausbreitender Ungeduld aufgrund der ersten Hälfte der Platte ein wenig auf die Tube und leiten somit glücklicherweise die stärkere Hälfte von „A light in the dark“ ein.

„More than your master“ und der letzte neue Track „Blinded by life“ schließen in gemäßigter metallischer Kost den Reigen ab und als Draufgabe erklingt eine Neufassung von „Watch the children pray“, das bereits auf „The dark“ enthalten war und dem im Mai 2005 verstorbenen Sänger David Wayne gewidmet ist. Zusammenfassend bleibt eigentlich nichts übrig, was in dieser Form nicht schon von anderen Künstlern oder Metal Church selbst besser dargeboten wurde. Die 10 auf lange Strecken spannungs- und kraftlosen Stücke regen gerade einmal dazu an die alten Platten wieder aus dem Regal zu holen und repräsentieren ganz und gar nicht „wofür Metal Church seit zwanzig Jahren steht“, wie Vanderhoof es formuliert, sondern porträtieren in ernüchternder Weise das (scheinbar) unabwendbare Ende einer ehemals großartigen Band.

Anspieltipps:

  • Mirror Of Lies
  • Son Of The Son
  • Pill For The Kill
  • More Than Your Master
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