Angels And Airwaves - We Don´t Need To Whisper - Cover
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Angels And Airwaves We Don´t Need To Whisper


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Erwartungshaltung ist mehr als eindeutig, wenn man sich die Besetzungsliste dieser neuen Gruppe anschaut: Ex-Blink-182-Mann Tom DeLonge spielt Gitarre und singt, David Kennedy (Ex-Box Car Racer) ist der zweite Gitarrist, Ryan Sinn (Ex-The Distillers) spielt den Bass und Atom Willard (Ex-The Offspring) bedient die Drums. Alles klar. Dieses All-Star-Projekt wird den Punkrockhimmel sprengen und mit einer stilistischen Mischung der vorherigen Arbeitgeber für ein Erdbeben sorgen. Doch wie kam es eigentlich zur Formation der vier Herren?

Nach 20 Millionen verkauften CDs mit Blink-182 brauchten sämtliche Bandmitglieder der Pop-Punker etwas Neues. Inzwischen ist raus, dass sich Blink-182 aufgelöst haben. Doch anstelle eines zweites Album seiner Zweitband Box Car Racer oder eines Solodebüts, hat Tom DeLonge eine weitere Band gegründet: Angels & Airwaves. Mit dieser vergrub er sich ca. ein Jahr im Studio und spielte elf Tracks, die alle aus seiner Feder stammen, ein. Darauf ist Herr DeLonge mächtig stolz und gibt den potenziellen Hörern sogleich eine kleine Höranleitung an die Hand – ein Standardspruch von Musikern, der aus seinem Mund so klingt: „Der Raum muss wirklich dunkel sein, mit Schwarzlicht oder einer Kerze vielleicht. Die Leute sollten zudem unbedingt Kopfhörer tragen, und gemütlich sitzen oder liegen sollten sie, vielleicht auf dem Boden, ans Bett angelehnt. Ich habe anderthalb Jahre an dieser Platte gearbeitet, um für die Zuhörer einen klanglichen Ort zu kreieren, an dem sie alles andere vergessen können. Mir geht es um nichts anderes als 50 Minuten mit heruntergefahrener Herzfrequenz.“

Dann wissen wir ja Bescheid und können uns um die Details kümmern. Aber wie war das? Kopfhörer? Schwarzlicht? Dunkler Raum? Auf dem Boden liegen? Das hat doch nichts mit Punkrock zu tun! Ha, erwischt! „We Don’t Need To Whisper” ist nämlich alles andere als Punkrock und damit auch keine Offspring/Blink-182/Distillers-Melange. Auch wenn die eine oder andere härtere Gitarrenspur übriggeblieben ist („The war“), stellt das Album eine in Hollywood-Breitwandsound angelegte, atmosphärisch schwebende Midtempo-Rock-Sammlung, mit unüberhörbarem Faible für U2/The-Edge-Gitarren („The adventure”, „The gift”, „A little’s enough”, „Valkyrie missile”, „Start the machine“), The-Cure-Anleihen („Good day“) und fetten Keyboardteppichen („Valkyrie missile“), dar.

Das Ergibt einen Sound, der wahrhaft majestätisch aus den Boxen fließt. Nur mit den Melodien hapert es ab und zu. Dann verzettelt sich die Gruppe in allzu epischen Parts, werden Intros und Outros in die Länge gezogen und am Ende steht der Ansatz eines Songs, der den Hörer fragend zurücklässt („Distraction“). Es sei denn, man befolgt tatsächlich die Ratschlänge von Tom DeLonge. Denn zum gepflegten Chill Out unter Kopfhörern, bei einer duftenden Kerze zum beruhigenden Schwarzlicht, dürften die Songs wirklich funktionieren. Aber insgesamt ist „We Don’t Need To Whisper“ fast schon eine Spur zu progressiv und nicht mehr als ganz nett anzuhören.

Anspieltipps:

  • The war
  • The adventure
  • Valkyrie missile
  • Start the machine
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