Saliva - Blood Stained Love Story - Cover
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Saliva Blood Stained Love Story


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein herausragendes Album, da die wirklich guten Tracks an einer Hand abzuzählen sind.

Mit glatt gebügeltem US-Rock hatten die Amis von Saliva bislang eigentlich nicht viel am Hut und haben mit ihren bisherigen vier Scheiben bewiesen, dass sie sehr wohl Eier in der Hose haben. Die neue Scheibe „Blood stained love story“ (Arbeitstitel „The rise and fall of a glorified kingdom“) rückt jedoch in bedrohliche Nähe von Formatradio ohne Ecken und Kanten. Glücklicherweise gibt es aber doch noch einige Lichtblicke, die Josey Scott davor bewahren ein zweiter Chad Kroeger zu werden. Der Opener „Ladies and gentleman“ ist es aber garantiert keinesfalls. Hier trifft Post Grunge auf Alternative Rock und bandelt mit einen P.O.D.-ähnlichen Refrain an, der genauso schwach auf der Brust ist wie deren letzter Output „Testify“.

Fetziger wird es erst mit „Broken sunday“, das zwar einige Seether-Harmonien klaut, die aber wenigstens hängen bleiben anstatt sofort zu verpuffen. „Never gonna change“ ist die erste knallige Ballade mit leicht bekömmlichen Zutaten für einen handelsüblichen Kuschelrocktrack, da fegt das anschließende „King of the stereo“ schon wesentlich heftiger durchs Haupthaar. Akzentuierte Riffs schwurbeln herum, bauen eine massive Wand auf und Scott erklärt „Click click boom / The king is here tonight“ um den knackigen und aufbegehrenden Teil des Tracks einzuläuten. In Mid-Tempo schnalzt daraufhin „One more chance“ aus den Boxen, das nach einigen Durchgängen sogar eine gewisse Präsenz als Ohrwurm aufbieten kann.

Eine Sache, die „Going under“ und „Twister“ im Anschluss nicht vollbringen, hat man diesen zwischen hart und zart changierenden Ami-Rock schon viel zu oft gehört. Luftgitarrenstimmung kommt erst wieder mit „Black sheep“ auf, das zu Beginn düsteres Synthiegeplucker offenbart um mit dem Einsatz von Schlagzeug und E-Gitarre die Handbremse loszulassen und los zu brettern. Seltsamerweise erinnert der Sprachduktus und die Melodieführung an Nickelbacks „Animals“ von deren letzten Album „All the right reasons“, was wohl auf die enge Freundschaft von Scott und Kroeger zurückzuführen ist. Die letzten zwei Tracks, „Starting over“ und „Here with you“, sind als guter Durchschnitt zu bezeichnen, dudeln für manche Ohren aber sicherlich als typisch amerikanische Alternative Rock-Ballade lediglich vor sich hin.

Das macht unterm Strich kein herausragendes Album, da die wirklich guten Tracks an einer Hand abzuzählen sind. Weniger Kalorien in Form von klebrigem Schmalz oder pathetischem Gesülze als Nickelback gibt es dennoch, aber viel mehr Nährwert steckt in „Blood stained love story“ leider auch nicht.

Anspieltipps:

  • Black Sheep
  • Broken Sunday
  • One More Chance
  • King Of The Stereo
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