Unearth - III: In the Eyes Of Fire - Cover
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Unearth III: In the Eyes Of Fire


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Vorgänger legte bereits mit dem Titel einen metaphorischen Teppich für das dritte und bislang kompromissloseste Werk der metallischen Hardcore-Hoffnung aus Massachusetts aus. „The oncoming storm“ vereinte zwar ebenfalls mehrere gewaltige Bretter aneinander, was allerdings “III: In the eyes of fire” beherbergt, lässt die eine oder andere frische Neuentdeckung im Metalcore-Sektor ziemlich schnell blass und eindimensional aussehen, so sehr sie auch in die Birne knallt. Unearth treiben ihren Mix aus kraftvollem Thrash, aggressivem Shouting, facettenreichen Ideen und knackigen Melodien ohne viele Verschnaufpausen auf die Spitze, Durchhänger gibt es so gut wie keine und Produzent Terry Date (Pantera, Deftones, Soundgarden) schneiderte den Jungs eine Klangkulisse, die nicht nur angemessen in die Magengegend einfährt, sondern auch den messerscharfen Gitarrenläufen gebührenden Platz einräumt.

Sänger Trevor Phipps, der außerdem die Texte zu den einzelnen Tracks verfasste, gibt sich in Höchstform und versetzt dem Ganzen mit seinem Organ ein abschließendes, markantes Sahnehäubchen und flüstert, kreischt oder brüllt sich gleich im tempomäßig noch zurückhaltenden Opener „This glorious nightmare“ die Seele aus dem Leib. „Giles“ und „March of the mutes“ legen nicht nur an Geschwindigkeit zu, sondern mit stimmigen Rhythmuswechseln die Daumenschrauben an um die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Hörers zu erlangen, damit das ungestüme „Sanctity of brothers“ auch seine volle Wirkung entfalten kann, wenn es aus den Boxen herausprescht. Das anschließende „The devil has risen“ besticht durch tückische Rhythmuswechsel, hat im direkten Vergleich zum Nachfolger „This time was mine“ allerdings das Nachsehen, wenn dieser mit einem derart fiesen Gitarrenlauf um die Ecke kommt, das einem eigentlich nur mehr die Spucke weg bleibt.

Mit etwas über fünf Minuten einen Deut zu lang geraten ist „Unstoppable“, das zwar in der ersten Hälfte genüsslich groovt, aber erst durch den zweiten Abschnitt hörenswert wird. Dieselbe Länge weist „So it goes“ auf, meistert durch kräftige Iron Maiden-Gitarren und einen bissigeren Grundton diese Hürde wesentlich besser und die Abrissbirne „Impostors kingdom“ schmettert daraufhin alleine durch das Brüllen des Titels durch Phipps jegliche Mauer nieder. Kurz vor Schluss kreuzen Unearth mit der Dampfwalze „Bled dry“ auf, das einen gelungenen Gegenpol zum instrumentalen und regelrecht sanften Albumausklang „Big bear and the hour of chaos“ setzt, in dem sogar ein Klavier (!!) ohne kitschige Anwandlungen Verwendung findet. Somit steht fest: „III: In the eyes of fire“ reiht sich jetzt schon unter den besten Metal-Alben 2006 ein und rückblickend auf die jüngsten Veröffentlichungen im Metalcore-Sektor ist dieses Werk sowieso eine sichere Bank für alle Neueinsteiger und Genrefans.

Anspieltipps:

  • Bled Dry
  • So It Goes
  • Sanctity Of Brothers
  • The Time Was Mine
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