Exilia - Nobody Excluded - Cover
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Exilia Nobody Excluded


  • Label: Gun/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwie wirkt das alles bekannt und erinnert ein wenig an die Guano Apes. Crossover. Frontrau. Ja, das kennt man schon. Und doch wirkt alles irgendwie frisch und voller Elan. Kann man die Band also mit den Guano Apes vergleichen? Ja, man kann. Exilia begrüßen solche Vergleiche mit ihren Vorbildern aus Deutschland und streiten gewisse Gemeinsamkeiten auch nicht ab. Das müssen sie auch nicht. Während die Guano Apes mit zunehmendem Erfolg vermehrt poppiger wurden und sich schließlich auflösten, gehen Exilia einen anderen Weg. Natürlich hat die Band noch lange nicht jenen Status ihrer einstigen Vorbilder erreicht. Und doch heizt uns der Vierer um Frontfrau Masha kräftig ein.

In Italien standen die Vier mit Crossover vor verschlossenen Toren. Darum machten sie den Umweg über Deutschland. Nachdem sie ihr Debüt „Rightside Up“ veröffentlichen, wurde das Interesse so groß, dass sie vom Label Gun Records zu einem MTV-Wettbewerb nach Köln eingeladen wurden. Als bekannt wurde, Exilia stammen aus Italien, wendeten sich viele Zuschauer ab. Doch wenige Minuten später waren alle zurück vor der Bühne und tanzten sich die Seele aus dem Leib. Denn live sind Exilia eine Wucht. Noch vor Ort erhielt die Band einen Plattenvertrag, sie tourte mit In Extremo, Guano Apes, H-Blockx und Therapy? und nahm 2003 ihren Zweitling „Unleashed“ auf.

Nun sind sie wieder da, mit einem neuen Album, welches sie endlich in den Crossover-Himmel bringen sollte. „Nobody Excluded“ zeigt viele neue Facetten der Band, was das Album abwechslungsreicher klingen lässt, als es auf den ersten Anblick scheint. Sind die ersten drei Songs „Kill me“, „Nobody“ und „No colours“ noch souveräne Brecher, wird zur Halbzeit ein Gang zurück geschaltet, um gegen Ende nochmals so richtig auszubrechen. Dieses Variieren tut dem Werk zwar gut, kann aber nach wie vor nicht darüber hinweg täuschen, dass die Scheibe ein klein wenig zu monoton ist. Mit Ausnahme des ruhigen Mittelteils sind die meisten Songs sehr ähnlich gehalten.

Auffällig ist wohl auch der Vergleich von Sängerin Masha mit Ex-Apes-Vokalistin Sandra Nasic, wenn auch nur auf den ersten Blick. Denn Mashas Stimme ist um einiges rauer und tiefer als jene von Frau Nasic und hat somit einen eigenen Erkennungswert. Von hohen Parts bis hin zu Blut spuckenden Krächzen beherrscht die junge Italienerin ihre Kunst hervorragend, wenn auch noch nicht so markant wie einst Sandra Nasic.

Exilia sind mit „Nobody Excluded“ ein wenig ausgebrochen, doch bleibt nach wie vor ein fahler Nachgeschmack übrig. Technisch zwar hoch stehend, fehlt dem Album die nötige Abwechslung. Die Songs sind mit guten Hooks versehen, von welchen der eine oder andere auch hängen bleibt. Jedoch reicht es nicht aus, ein Album in drei Teile laut/leise/laut aufzuteilen, um mehr Abwechslung zu erlangen. Live mag der Sound rocken wie die Möhre. Diese Power konnten Exilia leider nicht ganz auf das Album bannen und somit reicht es noch nicht ganz für den Aufstieg in den Crossover-Himmel. Aber sie klopfen schon mal an.

Anspieltipps:

  • Kill me
  • Justify yourself
  • Destroy my eyes
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