Bob Dylan - Modern Times - Cover
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Bob Dylan Modern Times


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 63 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Dylan spielt locker und frei auf und schüttelt einen Top-Song nach dem anderen aus dem Ärmel.

Genau wie der Vorgänger „Love And Theft”, der, kaum zu glauben, schon fünf Jahre auf dem Buckel hat, wurde Dylans 44. Album „Modern Times” wieder von „Jack Frost” alias Bob Dylan himself produziert, der auch diesmal eine hervorragende Produzenten-Leistung abliefert. Die im Winter des vergangenen Jahres eingespielten Songs glänzen durch einen warmen Live-Sound, der vornehmlich auf die perfekt eingespielte Tourband von Bob Dylan zurückgeht – namentlich Tony Garnier (Bass), George G. Receli (Drums), Stu Kimball (Gitarre), Denny Freeman (Gitarre) und Donnie Herron (Steel Gitarre) – und von „Jack Frost” fabelhaft eingefangen wurde.

Vollkommen entspannt musizieren die fünf Herren zu des Meisters herrlich näselnd vorgetragenen Weisheiten über Beziehungen, Gott, Alicia Keys (!) und das Leben als solches in Form von Folk-, Country-, Blues-, und Rockabilly-Songs. Mit „Beyond the horizon“ hat sich sogar ein charmanter Swing zwischen die zehn Lieder geschmuggelt. Ganz klar, auf „Modern Times“ geht es weder so apokalyptisch düster wie auf „Time Out Of Mind“ (1997), noch so forsch rockend wie auf „Love And Theft” (2001) zu – zwei Alben, die bei über 100 Millionen verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten in Dylans Laufbahn zählen und für zwei Grammys nominiert wurden.

Dylan spielt locker und frei auf und schüttelt einen Top-Song nach dem anderen aus dem Ärmel, ohne mit eingängigen Refrains zu wuchern. Das braucht der 65-Jährige auch nicht mehr. Denn Songs wie z.B. „Nettie Moore“ oder „Thunder on the mountain“ funktionieren anders. Sie erzählen eine Geschichte, fesseln den Hörer mit Atmosphäre und Inhalten. Da pocht von irgendwoher ein Schlagzeug, tröpfelt ein verlorener Bass aus dem Hintergrund und darüber schwebt ein zartes Cello („Nettie Moore“) oder es wird ganz einfach bluesig flott noch vorn gerumpelt („The leevee’s gonna break“). Das hat Qualität und macht unheimlich viel Spaß, so dass die knapp 60 Minuten von „Modern Times“ wie im Fluge vergehen und eines klar festgestellt werden muss: Dies ist definitiv kein Album, bei dem der Hörer nervös an der Fernbedienung spielt und schnell von einem zum anderen Track vorzappen möchte. Das ist Bob Dylan in Höchstform!

Anspieltipps:

  • Rollin’ and thumblin’
  • Workingman’s blues #2
  • The leevee’s gonna break
  • Thunder on the mountain
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