Joyce Hotel - Limits - Cover
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Joyce Hotel Limits


  • Label: Make My Day/ALIVE
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Im letzten Jahr lieferte die dänische Band Joyce Hotel (oder heißt es Joycehotel? So richtig weiß das offenbar keiner, denn jedes Magazin schreibt den Bandnamen anders...) mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum einen Geniestreich in Sachen progressiver Independent-Rockmusik ab. Vergleiche schlugen überall wie Pilze aus dem Boden und Namen wie Radiohead, dEUS, Interpol, Air und The Pixies wurden als Referenzen gehandelt. Klar, dass die Spannung bezüglich eines Nachfolgers entsprechend groß ausfällt. Und am 1. September 2006 darf das Geheimnis endlich gelüftet werden.

Der Sound auf „Limits“ ist aufgeräumter, nicht mehr ganz so herausfordernd progressiv und alles riskierend wie auf dem Debüt. Düster sind Joyce Hotel zwar immer noch, und ein paar Dissonanzen gönnen sie sich ebenfalls („Mr. Magoo“), doch neben Interpol und dEUS, finden sich nun auch Elemente von Depeche Mode („The saint“) und Joy Division („Paramount“) in den elf Stücken wieder. Da nagelt eine Gitarre zu schweren Molltönen aus dem Piano („Blowing up the world“), Bassist Jacob Clemmensen spielt zentnerschwere Motive („Five flame“) und Sänger Kristian Funder singt mit stoischer Ruhe seine tiefschwarzen Geschichten („Feel nothing“, „Call it“).

So eine Musik funktioniert freilich nur am Stück und mit der Bereitschaft des Hörers, in die Abgründe dieser Band einzutauchen. Gerne möchte man Joyce Hotel raten, einfach mal einen simpleren Song zu schreiben, der im Musikfernsehen gespielt werden kann. Aber das scheinen die Dänen nicht hinzubekommen. Vermutlich wollen sie das auch gar nicht. Somit wird auch „Limits“ wieder zahllose Hördurchgänge benötigen, bis sich dem Hörer alle Details erschlossen haben.

Der Überraschungseffekt des Debüts ist natürlich nicht mehr vorhanden. Absolute Gänsehautstücke fehlen diesmal auch. Dennoch ist auch das zweite Werk der Dänen immer noch eine gute Wahl für alle Fans progressiver Rockmusik. Denn wie viele andere Gruppen mühen sich um so einen Sound und scheitern kläglich daran?

Anspieltipps:

  • Call it
  • Five flame
  • Feel nothing
  • Falling/Laughing
  • Blowing up the world
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