Mando Diao - Ode To Ocrasy - Cover
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Mando Diao Ode To Ocrasy


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Fans der ersten Stunde kommen genauso auf ihre Kosten wie diejenigen, für die „Ode To Ochrasy“ der Einstieg in die Welt von Mando Diao ist.

Zu Beginn ihrer Karriere wurden Mando Diao für ihr Selbstbewusstsein belächelt. Bereits mit ihrem Debüt „Bring 'Em In“ erfror das Lächeln in den meisten Gesichtern. Und als 2004 „Hurricane Bar“ in die Läden kam, wurde auch dem Letzten klar, dass Mando Diao keine einfältigen Eintagsfliegen sind. Mando Diao wissen um ihren Erfolg in Deutschland, verkaufen sie doch hier ihre meisten Platten. Ihre Konzerte sind stets ausverkauft, es herrscht eine Mädchenhysterie, wie man sie sonst nur aus alten Take-That-Zeiten kannte. Diese Band zieht das Interesse der Menschen förmlich an.

Es sei aber nicht nur die Musik, sagen die beiden Frontmänner Gustaf Norén und Björn Diggard, sie überzeugen auch durch ihre persönlichen Texte. Björn Dixgard behauptet sogar, man könne sie durch ihre Lyrics kennen lernen. Wenn das wahr ist, dann windet sich Björn von einer unglücklichen Beziehung in die nächste, während Gustaf versucht, das verspannte Verhältnis zwischen sich und seiner Heimatstadt Borlänge zu analysieren. Beim dritten Schlag, mit Namen „Ode To Ochrasy“, ist Veränderung eingetreten. Längst hat Borlänge Frieden mit seinen berühmtesten Kindern geschlossen. Den Kindern, die nun endgültig erwachsen geworden sind. Genau das ist dem neuen Album anzuhören. Die Musik ist durchdachter, was nicht bedeutet, dass es an Rasanz oder Feuer fehlen würde. Bei Weitem nicht. Wer beispielsweise zum ersten Mal „Killer Kaczynski“ hört, wird sich umsehen, wie schnell die Bombenschläge von Samuel Giers (Schlagzeug) durch die Lautsprecher knallen.

Auch thematisch ist nun ein anderer Schwerpunkt gesetzt. Einer, den nur der Erfolg mit sich bringen konnte. Auf ihren Tourneen durch Europa wurde die Nacht zum Tag. Wenn Mando Diaos Feierabend begann, schliefen die „normalen“ Menschen schon lang. Zwischen Nacht und Morgengrauen trafen die Fünf auf Wesen wie den eben genannten Killer Kaczynski, die drogensüchtige Josephine oder den Obdachlosen Herrn Horst. Die Namen wurden größtenteils verändert, lediglich Herr Horst heißt tatsächlich so. Die Charaktere sind aber allesamt real existierend. Es würden die seltsamsten Dinge passieren. Am Tage wäre das unmöglich, es muss sich also um eine Parallelwelt handeln und diese trägt den Namen Ochrasy. Björn ist für die Namensgebung verantwortlich, er scheint ohnehin der kreative Kopf für solche Titel zu sein, denn auch er taufte seine Band Mando Diao.

Die Thematik ist also eine andere, die Ehrlichkeit ist aber geblieben. Alles, was die beiden Songwriter und Texter Norén/Dixgard berührt, wird niedergeschrieben. Fest steht: Der Preis für die hartnäckigsten Ohrwürmer des Jahres geht an Mando Diao. Sei es die erste Singleauskopplung „Long before rock'n'roll“oder die wohl bewegendste Ballade des ganzen Albums „The new boy“, die mit Stolz geschwellte Brust tragen die Mittzwanziger zu Recht.

Die Reise, auf die uns das Quintett freundlicherweise mitnimmt ist vielschichtig. Manche Songs funktionieren vom ersten hören an („Welcome home Luc Robitaille“), manche wachsen mit der Zeit („Ochrasy“). Die großen Mandos haben aber auch nicht ihr „Yeah Yeah Yeah“ verlernt und das ist wohl auch der Grund, warum die Fangemeinde noch weiter ansteigen wird. Fans der ersten Stunde kommen genauso auf ihre Kosten wie diejenigen, für die „Ode To Ochrasy“ der Einstieg in die Welt von Mando Diao ist. Wo soll das bloß noch hinführen??

Anspieltipps:

  • Long Before Rock 'n' Roll
  • The Wildfire
  • The New Boy
  • Good Morning Herr Horst
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