Seether - One Cold Night - Cover
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Seether One Cold Night


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Seether fehlt nur noch neues Material für ein baldiges Studioalbum, um die letzten Kritiker zu besänftigen.

Die südafrikanische Band Seether hat sich seit 1999 dem Grunge verschrieben und nach ihren kommerziellen Erfolgen in ihrer Wahlheimat USA mit „Disclaimer I“ und „Disclaimer II“ sowie „Karma and Effect“ reifte die Idee, ein reines Akustikkonzert zu spielen und auf CD zu pressen. Nirvana ist das Vorbild jeder Grungeband und hat eines der besten Akustikkonzerte bei „MTV Unplugged“ gegeben, da fällt es schwer, diesem Vergleich standzuhalten. Das Konzert von Seether fand 2005 in dem Club Grape Street in Philadelphia statt.

Haben die drei Mitglieder dieser Band es geschafft, die Energie der mit E-Gitarren gespielten Songs erfolgreich in den Akustikmantel zu stecken? Teilweise können die drei mit ihren Gitarren und der eindringlichen Stimme von Frontmann Shawn Morgan, die eine Mischung zwischen Kurt Cobain und Eddi Vedder von Pearl Jam ist, überzeugend darbieten, wie gutes Songwriting dann auch akustisch bestehen kann. Zeitweise klingen aber die stark von eben diesem Gitarrenzupfen geprägten Werke recht ähnlich. Die Verzweifelung und Wut vertont das Trio überzeugend, nur das Brutale und Harte, der Ansatz Nu-Metal, wird den Songs ab und zu genommen. Bassist Dale Stewart, Sänger Shawn Morgan und Drummer John Humphrey können bei diesem Akustikkonzert ihre musikalischen Fertigkeiten beweisen. Dem Longplayer liegt auch eine DVD mit dem visuellen Konzerterlebnis bei. Der vierte Mann im Bild, Gitarrist Pat Callahan, hat sich im Juni 2006 von Seether verabschiedet.

Nach zwei eher ruhigen Tracks geht „Diseased“ etwas härter zur Sache und bringt so Abwechselung in den Longplayer. „Immortality“ ist im Original von - richtig geraten - Pearl Jam, der letzten überlebenden Band der Grungebewegung und endet bei Seether als erstaunlich ähnliche Kopie. „Fine again“ gefällt mit sanfter Einleitung und feiner Melodieführung, ein echte Alternative-Ballade. Der größte Singleerfolg „Broken“ zusammen mit Evanescence-Frontfrau Amy Lee überlebt den Qualitätstest auch ohne Strom und ist sicher ein Höhepunkt der CD. „Remedy“ lässt den Funken überspringen, der etwas heftigere Gesang Morgans, treibende Gitarren und schon stellt sich das gewisse Hörvergnügen ein.

Wenn der Leadsänger nicht so auffällig Eddie Vedder ähneln würde, wären Seether sicher eine eigenständige Neo-Grunge-Band. Denn die Eigenständigkeit ist das große Manko der Wahlamerikaner, die zwar großen Erfolg damit haben, wie Pearl Jam zu klingen, doch ist das ihr Ziel? Für die Fans der Drei ein Muss, den Neulingen ist das Debütalbum „Disclaimer“ zu empfehlen, denn auch mit Strom erheben sich die Musiker deutlich über den Durchschnitt. Mit Sicherheit ist dieser Konzertmitschnitt ein gutes Akustikscheibchen für Genre-Interessierte. Jetzt fehlt Seether nur noch neues Material für ein baldiges Studioalbum, um die letzten Kritiker zu besänftigen.

Anspieltipps:

  • Gasoline
  • Broken
  • Remedy
  • Fine Again
  • The Gift
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