Lea Finn - FinnLand - Cover
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Lea Finn FinnLand


  • Label: Ariola/SonyBMG
  • Laufzeit: 61 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Hübsch und mit einem einigermaßen beachtlichen Gesangstalent ausgestattet – Das kennt man zugenüge vom schnelllebigen Pop-Business und macht die Sache nicht gerade einfacher, neue Künstlerinnen zu etablieren, vor allem wenn die Ansprüche jeden Realitätssinn verloren haben, wie bei Lea Finn im Jahre 2003. Die junge Bremerin verschickt nach dem Gewinn des Nachwuchswettbewerbs „Live In Bremen” ein Demo und erhält flugs den Zuschlag für das Debüt „One Million Songs”, welches trotz ausgeklügelter Promotion und einer Tour mit Bryan Adams hinter den unmenschlichen Erwartungen der Anzugträger zurückbleibt.

Lea Finn lässt sich jedoch nicht unterkriegen, verlässt Deutschland und gibt sich in Schweden der skandinavischen Einsamkeit hin, um aufzutanken und einen Neustart zu versuchen. Kaum zurück aus dem hohen Norden, schnappt sich Lea Finn ihre umfangreiche Band und zieht mit ihr ein Haus an der Nordsee, wo neue Songideen zu Musik geformt werden. Dieses Mal wählt sie ihre Muttersprache als Ausdrucksform und gibt den persönlichen Texten damit die nötige Authentizität, die sich nun auf dem Zweitwerk „FinnLand” wiederfindet. Ein wahres Starensamble ist darauf zu hören, denn u. a. zeichnen sich die Gitarristen Stephan Zobeley (Herbert Grönemeyer), Kosho (Söhne Mannheims, Xavier Naidoo), Jörg Dudys (Thomas D., Laith Al-Deen) und der marokkanische Perkussionist Rhani Krija (Sting) für den vollmundigen musikalischen Aufguss verantwortlich.

Lieblich erstrahlt dann auch schon der Opener „Höchstwahrscheinlich Unwahrscheinlich“, in dem akustische Gitarren und mitreißende Percussions die selbstbewusst ausufernde Stimme von Lea Finn umkreisen. Wenn textlich so amüsant von den Unmöglichkeiten in Leas Leben gesungen wird, ist ein guter Start perfekt und die Erwartungen folglich hoch. Doch das Album lässt nach und kann nur zwischendurch für nachhallende Songideen sorgen. Um die gut einstündige Spieldauer auf ganzer Länge wohlig auszufüllen, hätte es sicherlich gut getan, auf einige Instrumentalspuren zu verzichten, denn diese türmen sich schier aufeinander und überdecken die guten Ansätze aus Pop-, Rock- und Soul-Elementen. Auch die Vocals wollen zeitweilig zu viel und drängen mit ihrer Vokalakrobatik das ein oder andere Mal zu heftig in die Gehörgänge. Eine sanftmütige, leise Piano-Ballade wie „Tränen“ und das gefühlvoll swingende „Sag Nein Zu Mir“ heben dagegen wieder die Stimmung, ohne das Gefühl von einem Album aus Licht und Schatten konsequent in eine bestimmte Richtung zu manövrieren.

Anspieltipps:

  • Höchstwahrscheinlich Unwahrscheinlich
  • Ich Weiß Und Du Weißt
  • Sag Nein Zu Mir
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