John Mayer - Continuum - Cover
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John Mayer Continuum


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wäre man gehässig, könnte man Mayer vorwerfen, dass er den Hörer mit seiner Musik einlullt.

Der Appetitmacher auf das jetzt erschienene, vierte Studioalbum von John Mayer, den die meisten in Deutschland nur von seinem Hit „Your body is a wonderland“ kennen, ging im Weihnachtsgeschäft des vorletzten Jahres leider ganz schön unter. Kein Wunder, Promotion gab es dafür keine.

Die Rede ist von dem Konzertmitschnitt „Try! Live In Concert“ (11/2005) aus dem House of Blues in Chicago, der, verpackt in eine unattraktive Papphülle, John Mayers endgültige Verwandlung vom verschmusten Popstar zum ernstzunehmenden Musiker mit viel Jazz, Blues und Rock im Blut dokumentierte. Doch das unter dem Namen „John Mayer Trio“ (neben dem Chef am Mikro und der E-Gitarre, sind dies die häufig gebuchten Studiomusiker Steve Jordan an den Drums und Pino Palladino am Bass) veröffentlichte Werk, hat das Tor lediglich aufgestoßen, jetzt muss Mayer mit „Continuum“ auch hindurchschlüpfen.

Und tatsächlich, Herr Mayer hat den Blues! Und dazu nimmt er gehörig das Tempo raus, um den Strukturen der Songs mehr Raum zu geben. Natürlich war John Mayer früher auch kein Speed-Metaller, aber durch die zusätzliche Entspannung und die Bluesanleihen, wird „Continuum“ zu einem gewagten Drahtseilakt aus gepflegter Langeweile („Gravity“, „The heart of life“, „Stop this train“) und spannenden Kleinoden („Belief“, „Vultures“, „Slow dancing in a burning room“, „In repair“), bei denen durchaus eine gewisse Nähe zu Eric Clapton und Steve Ray Vaughn auszumachen ist.

Wäre man gehässig, könnte man Mayer vorwerfen, dass er den Hörer mit seiner Musik einlullt und ganz sanft in den Schlaf wiegt. Denn mit dem politisch gefärbten „Waiting on the world to change“ und dem Hendrix-Cover „Bold as love“ geht der 29-Jährige viel zu selten aus sich raus. Deshalb gilt: Weiterentwicklung in allen Ehren, aber mit einer etwas ausbalancierteren Songauswahl, würde das Album nicht wie falsch verstandene Konsequenz wirken, auch wenn Mayer das naturgemäß anders sieht: „‚Continuum’ ist kein Stochern im Nebel, kein bloßes Herumprobieren. Dies ist die erste Sache in meinem Leben, ganz gleich ob Musik oder irgendetwas anderes, bei der ich mir auch nicht eine Sekunde lang unsicher war.“ So ganz hat das allerdings, trotz starker Ansätze, noch nicht funktioniert.

Anspieltipps:

  • Belief
  • Vultures
  • In repair
  • Bold as love
  • Slow dancing in a burning room
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