Justin Timberlake - FutureSex/LoveSounds - Cover
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Justin Timberlake FutureSex/LoveSounds


  • Label: Zomba/SonyBMG
  • Laufzeit: 66 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Sexy sollen die neuen Songs sein, zukunftsweisend die Produktion, funky und innovativ die Rhythmen, frisch und unverbraucht die Beats.

Als ehemaliges Mitglied einer Boygroup hat man es nicht leicht im Musikbusiness. Früher von den Teens heiß und innig geliebt, ist es danach ein stetiger Kampf um die Anerkennung als Künstler oder einfach nur der Wunsch ernst genommen zu werden. Selbst ein Robbie Williams tat sich zu Beginn seiner Solokarriere nach dem Aus bei Take That äußerst schwer mit den geänderten Rahmenbedingungen. Andere blieben sang- und klanglos auf der Strecke. Justin Timberlake hat es dagegen aus dem Stand heraus geschafft.

Mit 15 sang und tanzte er bei ’N Sync, der erfolgreichsten Boygroup aller Zeiten. Zehn Jahre später ist er als eigenständiger Popstar akzeptiert und kann auf mehr als sieben Millionen verkaufte Einheiten seines Debütalbums „Justified“ (11/2002) verweisen. Darüber hinaus ist der vielfache Grammy-Preisträger als Schauspieler („Alpha Dog“, „Black Snake Moan“), Songwriter, Produzent, Chef einer Produktionsfirma („Jawbreakers“) und eines Modelabels („William Rast“) schwer aktiv.

Kein Wunder, dass vier Jahre vergehen mussten, bis das zweite Solowerk mit dem kryptischen Titel „Futuresex/Lovesounds“(klingt wie ein Prince-Albumtitel aus den 80er Jahren) in die Läden kommen konnte. Das können sich eben nur Superstars erlauben. Doch ob der 25-Jährige aus Memphis, Tennessee mit seinem Songmaterial den Erfolg von „Justified“ wiederholen kann, ist eher unwahrscheinlich. Er griff zwar auf so erfolgreiche Produzenten wie Rick Rubin (Shakira, Tom Petty, Slayer, Red Hot Chili Peppers), Will.i.Am (Black Eyed Peas) und Timbaland (Nelly Furtado, Ginuwine, Busta Rhymes, Jennifer Lopez) zurück, lässt aber den Grammy-dekorierten Popsound des Vorgängers außen vor und schlägt einen neuen, extrem kreativen Weg ein, der besonders im ersten Drittel des Albums nur schwer zu verdauen ist.

Sexy sollen die neuen Songs sein, zukunftsweisend die Produktion, funky und innovativ die Rhythmen, frisch und unverbraucht die Beats, damit der gute Justin auf gar keinen Fall als aalglatter Pop-Bubi wahrgenommen wird. Das fordert den Hörer natürlich heraus. Denn einfach ist so ein Vorhaben nicht in die Tat umzusetzen. Und ab und zu gehen die Versuche auch nach hinten los („My love“). So ist bereits die erste Auskopplung „SexyBack“ alles andere als eine typische Single und im Grunde einer der schwächsten Tracks auf dem gesamten Album. Es gibt aber auch eine Vielzahl extrem starker Songs auf „Futuresex/Lovesounds“. Dazu gehört die Rick-Rubin-Produktion „(Another song) All over again“, eine feine Pianoballade mit reduzierten Beats und sanften Streichern, das R&B-Gospel-Stück „Losing my way“ und der futuristische Titelsong, der allerdings in klein wenig an „Another one bites the dust“ von Queen erinnert. Ebenfalls toll ist es anzuhören, wenn Timberlake seinen Vorbildern Prince („Sexy ladies”, „Set the mood (Prelude)” und Michael Jackson („Summerlove”) nacheifert. In solchen Momenten fällt die große stimmliche Bandbreite des 25-Jährigen so richtig auf.

Mit „Futuresex/Lovesounds“ geht Justin Timberlake ein Wagnis ein. Er provoziert mit für ihn ungewohnten Sounds („Lovestoned“), um seine Hörer auf der anderen Seite mit klassischem Material zu beruhigen („Until the end of time“). Das ist durchaus als genial zu bezeichnen und macht großen Spaß zu entdecken. Der Einfall, einige Songs mit auskomponierten Pre- und Interludes (kein blödsinniges Gelaber und Anrufbeantwortermitschnitte) zu verbinden, ist ebenfalls als gelungen zu bezeichnen. Respekt, die vier Jahre Wartezeit haben sich wirklich gelohnt!

Anspieltipps:

  • Damn girl
  • Lovestoned
  • Losing my way
  • I think she knows (Interlude)
  • What goes around… comes around
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