Jurassic 5 - Feedback - Cover
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Jurassic 5 Feedback


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Jurassic 5 machen doch wirklich was sie wollen. Biedern sich keinem Trend an, veröffentlichen Platten bei einem Major-Label (Universal), die von ihrer Grundidee her Ende der Achtziger angesagt waren und lassen sich dafür auch noch entgegen der vorherrschenden Businessregeln massig viel Zeit. Nach dem Startschuss von vor elf Jahren mit der Single „Unified rebelution“ bringen es die Jungs mit „Feedback“ nach „Quality control“ (2000) und „Power in numbers“ (2002) gerade einmal auf LP Nummer drei, ein Schnitt, der deutlich hinter den Genre-Kollegen wie z.B. Missy Elliot (7 Stück in 9 Jahren, die neue Scheibe „Respect me“ mit eingerechnet) oder Interscope-Kollege 50 Cent (3 Alben in 5 Jahren, ohne den Soundtrack zu „Get rich or die tryin´“ zu berücksichtigen) liegt, ihrem Erfolg aber bislang keinen Abbruch getan hat.

Das eine Rückbesinnung auf Oldschool-HipHop durchaus enttäuschend sein kann, hat Missy Elliot auf „The cookbook“ eindrucksvoll bewiesen, da die J5-Crew, auf „Feedback“ bestehend aus den Rappern Marc 7even, Chali 2na, Akil, Zaakir sowie DJ Nu-Mark (DJ Cut Chemist verließ die Band Anfang des Jahres), seit ihrem Bestehen allerdings nichts anderes macht, gehört wohl zu einem ihrer Geheimrezepte und zeichnet die Truppe ebenso aus. In diesem Sinne beginnt der Opener „Back 4 you“ mit einem Soul-infizierten Klavier, das kurz darauf von einem pumpenden Bass unterstützt wird, wodurch sofort an Run DMC, Afrika Bambaataa oder Grandmaster Flash gedacht wird. Die „good old times“ eben, als HipHop noch in den Kinderschuhen steckte und keine Aussicht auf Massenunterhaltung hatte, sondern rein auf soziale Ungerechtigkeiten hinweisen wollte.

„Radio“ kreuzt zwar mit einer Glöckchenmelodie auf, wird jedoch nicht als träge Ballade missbraucht, sondern dient dazu um sich im Kopf des Hörers einzunisten, wie viele andere Tracks auf „Feedback“. Das perfekte Pendant zu anzüglichen „Candy shops“ ist dann „Brown girl“, dass seinen Refrain vom gleichnamigen Boney-M.-Song borgt, der von den Dancehall-Sirenen Brick&Lace äußerst sexy vorgetragen wird, sodass Jurassic 5 nichts anderes übrig bleibt als im funkigen „Gotta understand“ mit Prince-Gedenkvocals die Oberhand zurückzugewinnen. Eine interessante Mischung ist der Track „Work it out“, der farblich an Fatboy Slims Spätwerk erinnert und gemeinsam mit der Dave Matthews Band bestritten wird, womit auch die erste Single ausgemacht ist. Im Anschluss featuret Mos Def in „Where we at“ die Truppe, bevor das Groove-Monster „Get it together“ um die Ecke schlendert.

Bei „Red hot“ ist gezieltes Kopfnicken angesagt und noch bevor die Platte mit dem instrumentalen „Canto de Ossanha“, das an die aus Kuba stammende HipHop-Formation Orishas erinnert, ausklingt, wünscht man sich während der gesamten Platte in einem dezent gefederten Lowrider zu sitzen, denn „Feedback“ liefert die perfekte Musik für eine gemütliche Rundfahrt in solch einem Gefährt. Da das aber aus diversen Gründen nicht möglich ist, muss der dritte Output von J5 eben weiterhin in einem klapprigen Ledersessel genossen werden, denn die Jungs haben wieder eine solide und abwechslungsreiche Old-School-Platte vorgelegt, die vielleicht weniger Spielerein in sich trägt, aber dafür wesentlich eingängiger und knackiger ist.

Anspieltipps:

  • Red Hot
  • Work It Out
  • Get It Together
  • Gotta Understand
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