New York Dolls - One Day It Will Please Us To Remember Even This - Cover
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New York Dolls One Day It Will Please Us To Remember Even This


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ein Spaß ohne große Konsequenzen“ sollte es bleiben. Ein kurzer Auftritt zugunsten Stephen Patrick Morrissey, der sich nichts sehnlicher wünschte als die Idole seiner Jugend wieder vereint auf der Bühne zu sehen. Das daraus ein Album mit dem überlangen Titel „One day it will please us to remember even this“ entsteht, ist aber dennoch nicht überraschend, freuen sich die letzten zwei überlebenden Ur-New-York-Dolls David Johansen (Gesang) und Sylvain Sylvain (Gitarre) schließlich über ihre zweite Chance, die nach über 30 Jahren stattgefunden hat. Ersatz für die anderen, meist an Drogen verstorbenen Mitmusiker, fand man in Steve Conte (Gitarre), Sami Yaffa (Bass) und Brian Delaney (Schlagzeug) und mit Keyboarder Brian Koonin wurde sogar das musikalische Repertoire ein wenig aufgepeppt.

Produziert wurde der erste Output der New York Dolls seit 1974 („Too much too soon“) von Jack Douglas, der bereits Aerosmith und John Lennon betreute und ein paar freudige Gratulanten, die in ein Form eines Gastauftrittes zu hören sind, wurden ebenfalls untergebracht. So hört man Michael Stipe (R.E.M.) sanft und zurückhaltend in „Dancing on the lip of a volcano“, Iggy Pop im Duett mit Johansen in „Gimme luv and turn on the light“ und Tom Gabel (Against Me) als unterstützende Kraft in „Punishing world“, so dass die drei Herren nicht mehr als das fettarme Sahnehäubchen auf dem üppig dargebrachten Kuchen darstellen

Dass sich für den revolutionären Glam Rock ihrer Anfangszeit, der nicht unmaßgeblich die darauffolgende Punk-Bewegung beeinflusst hat, aber nie wirklich großen kommerziellen Erfolg mit sich brachte (beide Alben kamen in den amerikanischen Charts nicht weiter als jenseits der besten 100), nur mehr ein Bruchteil interessieren wird, haben die New Yorker Puppen gut erkannt und präsentieren auf Album Nummer drei eine bunte Mischung aus krachendem und lärmendem Rock („We’re all in love“), der nicht auf Melodien verzichtet („Dance like a monkey“, „Fishnets and cigarettes“), bluesgetränkte Nummern („Runnin’ around“, „Plenty of music“, „Rainbow store“), die gut und gerne schon mal in Richtung Hardrock ausreißen („Gotta get away from Tommy“, „Gimme luv and turn on the light“) und Country-angehauchte Halbballaden („Maimed happiness“, „Ain’t got nothin’“) die einen gelungenen Gegenpol zu den übrigen, krachigen Tracks bieten.

„One day it will please us to remember even this“ ist eine nette Platte geworden, die zwar keinesfalls Wegweisendes für die Nachwelt bereithält wie ihre zwei Vorgänger „New York Dolls“ und „Too much too soon“, aber aufgrund der gut in Szene gesetzten Abwechslung Spaß macht und zu gefallen weiß. Das singende Großmaul Johansen vollendet die Darbietungen mit sarkastischem und zynischem Unterton und gemeinsam mit der im letzten Jahr erschienenen Live-DVD „All dolled up“ ist das Puppen-Paket 2006 perfekt und sollte die Platte dieses Mal in die Top 100 der US-Charts kommen, freut sich sicher nicht nur Ober-Fan Morrissey.

Anspieltipps:

  • Ain't Got Nothin'
  • Maimed Happiness
  • Fishnets And Cigarettes
  • Gimme Luv And Turn On The Light
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