Heaven Shall Burn - Deaf To Our Prayers - Cover
Große Ansicht

Heaven Shall Burn Deaf To Our Prayers


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Albumtitel „Deaf To Our Prayers“ entstammt der englischen Übersetzung des Heinrich-Heine-Gedichts „Die schlesischen Weiber“. In dieser wird „Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten, in Winterskälte und Hungersnöten“ zu „Cursed be the god who was deaf to our prayers“. Klingt mächtig intellektuell, bringt aber nichts. Denn durch die knüppelharte Highspeed-Klangmauer aus Hardcore-Riffing und höllischen Blast Beats – auch bekannt als Metalcore – dürften die meisten Hörer das Death-Metal-artige Gebrüll des Heaven-Shall-Burn-Sängers Marcus Bischoff sowieso kaum verstehen. Aber macht ja nichts. So hat man wenigstens das Gefühl, mit intelligenten Texten angeschrieen zu werden…

Die Jungs aus dem thüringischen Saalfeld haben ihren vierten Longplayer wie immer im den heimischen „Rape Of Harmonies“-Studio eingespielt, aber diesmal vom dänischen Studio-Wizzard Jacob Hansen (Hatesphere, Communic, Mercenary) in dessen eigenem Studio in Ribe abmischen lassen. In der Band hat es zudem einen Tausch an der zweiten Gitarre gegeben. Alexander Dietz ersetzt den im Herbst 2005 angewanderten Patrick Schleitzer und ergänzt das Quintett – neben den oben genannten Herren sind dies Maik Weichert (Gitarre), Eric Bischoff (Bass) und Matthias Voigt (Drums) – auf dem wohl brutalsten Album in nunmehr zehn Jahren Bandgeschichte.

Diese (zurückgewonnene) Härte bemerkt man allein daran, dass die Thüringer auf die Experimente und Spielereien des Vorgängers „Antigone“ (2004) verzichtet haben. Ebenso lassen Heaven Shall Burn die Finger von Clean-Vocals, Emo-Anbiederungen und mehr oder weniger unnötigen Tempoverschleppungen. Dafür erhält der Hörer anno 2006 eine volle Breitseite aus elf Tracks, die wie ein Orkan über ihn hinwegziehen. Noch aggressiver, noch rifflastiger und mit den gewohnt aussagekräftigen Texten, denn die Band weiß, dass es da draußen genügend Fans gibt, die ihre Köpfe für Headbanging und zum Nachdenken gebrauchen.

Mit „Deaf To Our Prayers“ legen Heaven Shall Burn ein knüppelhartes Album, das von grandiosen Gitarrenduellen und einer wie Berserker wütenden Rhythmusabteilung lebt. Dazu kommen die bitterbösen Growls und das unter die Haut gehende Gebrüll von Marcus Bischoff. Ganz klar, das ist kein Metalcore von der Stange. Hier zeigen fünf Jungs aus Thüringen den amerikanischen Vorreitern wie es geht. Super!

Anspieltipps:

  • Of no avail
  • Stay the course
  • Profane believers
  • The greatest gift of god
Neue Kritiken im Genre „Metalcore“
5/10

Ember To Inferno: Ab Initio
  • 2016    
6/10

Silence In The Snow
  • 2015    
Diskutiere über „Heaven Shall Burn“
comments powered by Disqus