Lambchop - Damaged - Cover
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Lambchop Damaged


  • Label: City Slang
  • Laufzeit: 48 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass weltweit benutzte Redewendungen schon seit längerem einen neuzeitlichen Anstrich benötigen, sollte nicht nur Liebhabern kanadischer Indie-Musik ein Anliegen sein. Bands oder besser gesagt Vereinigungen wie Broken Social Scene oder Arcade Fire bezaubern schließlich mit ihren Alben den Hörer und führen ihn in eine liebevoll gestaltete Welt, deren Spektrum selbst nach unzähligen Durchgängen mit neuen Facetten bestückt ist. Die Aussage „Viele Köche verderben den Brei“ lässt sich dahingehend nur als antik rechtfertigen, die in einem Jahrzehnt getroffen wurde, als Gruppen aus einer üblichen Sänger/Gitarre-Bass-Schlagzeug-Konstellation bestanden und jegliches weitere Mitglied den Posten als Randnote zugewiesen bekam.

Eine Formation, die diese losen Normen ebenfalls gar nicht erst berücksichtigt oder bedacht hat, ist Lambchop, die, rund um Mastermind und Songschreiber Kurt Wagner, im Country-Mekka Nashville, Tennessee ins Leben gerufen wurde. Zeitweise als 20er Gespann unterwegs, ist das neueste Werk der leisesten Big-Band der Welt mit Hilfe von bis zu 17 Musikern entstanden, die allesamt zu gleichen Teilen ihren Beitrag zu „Damaged“ leisten durften. Abgesehen vom Titel, der der Meinung Wagners nach das verbindende Element ist, das den zehn Stücken innewohnt, wurden die Tracks jeweils mit einer Einleitung und Überleitung durch das Elektronic-Duo Hands Off Cuba (Ryan Norris und Scott Martin) versehen um die neue Platte in einem stimmigen Gesamtkontext erstrahlen lassen zu können.

Der Rest ist typische Lambchop-Kost, auch wenn sich der neue Output wesentlich stärker am Minimalismus von „Is a woman“ (2002) orientiert als am letzten Doppelalbum „Aw C´mon / No You C´mon“. Zärtliche Liebkosungen der Instrumente, seien es Streicher, Klavier, Gitarren oder andere Klangkörper, gelangen behutsam in ausgewählten Momenten in den Vordergrund um einen Gegenpol zu Wagners tiefen stimmlichen Organ zu setzen, der diesmal nicht nur herrlich vor sich hin nuschelt, sondern es auch versteht seinen melancholischen Texten weiterhin eine verzweifelte, pessimistische Färbung zu verliehen.

Dadurch benötigt die Country/Jazz/Pop-Mixtur „Damaged“ viel Zeit um sich zu entfalten und der Eindruck der anfänglichen Ähnlichkeit der Stücke untereinander weicht der Gewissheit, dass Lambchop mit ihrem neuesten Oeuvre ein fabelhaftes, ruhiges und zeitloses Werk abgeliefert haben, dass, wenn es den Hörer einmal gefangen hat, für längere Zeit zu fesseln vermag.

Anspieltipps:

  • Crackers
  • Prepared
  • A Day Without Glasses
  • Beers Before The Barbican
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