Stacie Orrico - Beautiful Awakening - Cover
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Stacie Orrico Beautiful Awakening


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn die 20jährige Stacie Orrico davon spricht, dass sie sich nach dem Erfolg ihrer Alben „Genuine“ (2002) und „Stacie Orrico“ (2003) (beide zusammen kommen auf ca. 3,5 Millionen verkaufte Einheiten) aus dem Musikbusiness zurückziehen musste, um sich selbst zu finden, einem Nine-To-Five-Job nachzugehen und ein ganz normales Leben zu führen, kann man dies auch als Außensteher gut nachvollziehen. Denn wer schon mit 17 Jahren die Charts knackt und überall herumgereicht wird, ist über kurz oder lang total ausgebrannt. Deshalb dauerte es drei Jahre, bis Stacie Orrico jetzt mit ihrem neuen Album „Beautiful Awakening“ gut erholt zurückkehrt.

Aus dem süßen Teen-Popstar, der so nette Liedchen wie „Stuck“ und „(There’s gotta be) more to life“ unter der Regie von Dallas Austin (Pink, TLC, Texas, Duran Duran), den Underdogs (Tyrese, JoJo, Babyface) und Matt Serletic (Santana, Matchbox Twenty, Aerosmith) trällerte, ist eine junge Frau geworden, die aus dem Hamsterrad namens Popmusik ausbrechen will und deutlich erwachsenere Klänge aus den Bereichen Soul und R&B abliefern möchte. Diese Metamorphose ist der Sängerin aus Seattle in der Tat gelungen – ein wirklich spannendes Album ist dennoch nicht dabei herausgekommen.

Die 12 Tracks auf „Beautiful Awakening“ hangeln sich fast 50 Minuten in ein und derselben Ton- und Stimmungslagelage durch die Boxen. Das Tempo wird nun marginal zwischen tanzbar („Don’t ask me to stay“, „Save me“, „Take me away“) und balladesk („Easy to luv you“, „Babygirl“, „Wait“) variiert, wobei die Grenzen dabei arg verschwimmen und der Künstlerin kaum eine Chance gelassen wird, eine eigene Identität zu entwickelt. Denn obwohl Stacie wieder am Songwriting beteiligt war, könnten die Songs von jedem x-beliebigen R&B-Sternchen stammen. Sämtliche Ecken und Kanten wurden – wenn es sie denn jemals gab – feinsäuberlich abgefeilt und die Überbleibsel in einen sahnigen Mainstream-Brei gegossen.

Das ist in einigen wenigen Momenten gar nicht mal schlecht. Zum Beispiel bei der ersten Single „I’m not missing you“ oder dem tollen Opener „So simple“. Aber mit zunehmender Spieldauer wird das Songmaterial austauschbarer und einfach nur langweilig. Ein erfrischendes Element geht dem Album völlig ab, so dass sich am Ende vielleicht eine Hand voll brauchbarer Stücke finden, was zu der Erkenntnis führt, dass ein Stil- und Imagewechsel in der Praxis schon immer schwerer war als in der Theorie.

Anspieltipps:

  • Wait
  • Babygirl
  • So simple
  • I’m not missing you
  • Don’t ask me to stay
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