Rise Against - The Sufferer And The Witness - Cover
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Rise Against The Sufferer And The Witness


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Als die Grunge-Welle Mitte der 90er Jahre verebbte und der Punkrock ein überraschendes Comeback feierte, gingen die Jungs von Rise Against vermutlich noch zur Schule. Zehn Jahre später stehen sie selber an der Schwelle zum großen Erfolg, denn ihr viertes Album „The Sufferer And The Witness“ stieg in der ersten Woche in die Top 10 der Billboard Charts ein. Damit hat sich der Wechsel vom Indie Fat Wreck Chords, für das Rise Against zwei Alben ablieferten, zum Major Geffen/Universal endgültig ausgezahlt.

Über den Vertrieb des Branchenriesen brachte das Quartett vor zwei Jahren das Drittwerk „Siren Song Of The Counter Culture” heraus, das sich weltweit über 400.000 Mal verkaufte und die Gruppe in der ersten Punkrockliga etablierte. Jetzt soll die nächste Stufe erklommen und dem krachenden Melody-Core, der gewisse Parallelen zu den Szene-Veteranen von Bad Religion aufweist, eine gute Portion Chartmunition á la Lostprophets und Billy Talent beigemischt werden. Das gelingt der 1999 in Chicago gegründeten Band, die schon diverse Besetzungswechsel hinter sich hat und derzeit in der Formation Tim McIlrath (Gesang, Gitarre), Joe Principe (Bass), Chris Chasse (Gitarre, Gesang) und Brandon Barnes (Drums) auftritt, zumindest bei der Hälfte der Songs auf „The Sufferer And The Witness“ sehr gut. Immer dann legen die Chicagoer los wie die Feuerwehr und hauen fette Riffs und eingängige, fast schon poppige Melodien mit Hymnencharakter im Dutzend raus.

Der Opener „Chamber the cartridge” ist so ein grandioser Punkrocksong, der sich langsam an den Hörer heranschleicht und im entscheidenden Moment den Speed-Hebel umlegt und voll auf die Fresse zielt. Dazu lässt sich vortrefflich hüpfen und/oder bierselig mitgrölen, wobei die geschickt eingestreuten Tempowechsel jeden Moshpit in einen Hexenkessel verwandeln dürften. Nicht minder großartig fegt „Injection“ durch die Speaker. Der Refrain fällt noch eine Spur einprägsamer aus, getoppt von Tim McIlraths heiserem Emo-Gebrülle, das sich mit den melodischen Passagen abwechselt. Genau so schreibt man Punkrocksongs, die Hitqualitäten haben, aber keine kindischen Pop-Punk-Verdachtsmomente aufkommen lassen.

Neben 90sekündigen Knüppelorgien („Bricks“), weiteren hitverdächtigen Nummern („Under the knife“, „Prayer of the refugee“) und einer eindringlichen Spoken-Word-Einlage („The approaching curve“), überzeugen Rise Against vor allem mit einer guten Portion Härte, die eine wunderbare Verbindung mit den feinen Melodien eingeht. Ganz nach der alten Bad-Religion-Formel „Catchy + Edgy“.

Anspieltipps:

  • Injection
  • Prayer of the refugee
  • Chamber the cartridge
  • The approaching curve
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