Coldseed - Completion Makes The Tragedy - Cover
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Coldseed Completion Makes The Tragedy


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Completion makes the tragedy“, das Debüt einer deutsch-spanisch-schwedischen Band, die sich Coldseed nennt. Dazu ein Cover, das äußerst distanzierte und negative Assoziationen wie kalt und unwirklich in das zentrale Nervensystem schießen lässt, noch bevor der Platte ein Durchlauf gegönnt wird. Es gibt zwar deutlich miesere Voraussetzungen für ein Album (z.B. „Hefty fine“ der Bloodhound Gang), im Falle Coldseed entpuppen sich die schlechten Omen allerdings als Hirngespinste. Bei einem genaueren Blick auf die Besetzungsliste taucht nämlich Thomas Stauch am Schlagzeug auf, der zurzeit bei Savage Circus tätig ist und davor bei Blind Guardian hinterm Drumkit saß. Unterstützt wird er von zwei weiteren Musikern der Krefelder Metal-Band und zwar von ihrem derzeitigen Aushilfs-Keyboarder Michael Schüren und dem Live- und Studiobassisten Oliver Holzwarth. Den Sechser komplett machen Björn Strid (Gesang) von Soilwork, Thorsten Praest (Gitarre) und der spanische Gitarrist Gonzalo Alfageme Lopez. Ein ambitioniertes All-Star-Team also, das der Welt des Metal ihren eigenen Stempel aufdrücken will.

Der Einstieg gelingt „My affliction“ ausgezeichnet mit einem herannahenden Riff, das in eine kurze Vorstellung aller Instrumente mündet, bis das herrische Organ des Soilwork-Sängers, unterstützt durch das Keyboard, dem Track eine dunkle Note verleiht. Das an Details nicht gespart wird, zeigen die vom Schlagzeug getriebenen Vokal-Parts, die als Headbang-Futter dienen. „Democracy lesson“ bedient sich der selben musikalischen Elemente wie der Vorgänger, mit dem Unterschied, das ein süßlicher Refrain in das Geschehen eingesponnen wird. In groovigem Mid-Tempo erstreckt sich „Nothing but a loser“, in dem markige Gitarrenläufe das Geschehen dominieren, bevor „Five more to fix“ zum ersten Mal das Gaspedal durchtreten darf, das gegen den sehr düsteren Track „Burning with a shade“ aufläuft, der mit seiner furchteinflößenden Grundstimmung den einen oder anderen Gothic Metal-Fan entzücken wird, in das bisherige Schema aber nicht sonderlich gut passt.

Schön, dass „Low“ im Gegenzug dazu ans Tageslicht zurückkehrt, wirklich behaupten kann sich das Stück trotz einer hervorragenden Leistung von Strid dennoch nicht, da gefällt das treibende Drumming in „On my way“ wesentlich besser, das zusammen mit dem Chorus eine enorme Lust auf eine Live-Darbietung schürt. Beseelt beginnt „Reflection“, das im weiteren Verlauf als Power-Ballade entlarvt wird, obwohl das Tempo, das durch die vorhergehenden zwei Songs aufgebaut wurde, damit gehörig runtergeschraubt wird, was ein wenig ärgerlich und nervig ist. Der Titeltrack vereint Einflüsse von Power Metal mit einer aggressiven Darbietung von Sänger Björn, die durch klar gesungene Vocals umgarnt wird. Bei „Hatched“ gibt es Industrial-Anleihen, der Verweis auf Rammstein im Pressetext ist doch nicht allzu weit hergeholt. Wieso der energiegeladene Einstieg von „Vulture on the throne“ nicht besser weitergeführt wurde ist ärgerlich, in dieser Form beeindruckt der Song nicht. Dann doch lieber ein kräftiger Arschtritt - „At last“ wie Coldseed den Abschluss selbst betitelt. Somit bleibt ein stimmungsvolles Ende erhalten, die Ratlosigkeit über das nicht wirklich in den Gesamtkontext passende Stück „Burning with a shade“ und den unangebrachten Einsatz von „Reflection“ bleibt allerdings erhalten. Da liegen die Jungs mit „Completion makes the tragedy“ gar nicht mal so daneben.

Anspieltipps:

  • Hatched
  • On My Way
  • My Affliction
  • Five More To Fix
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