Cattle Decapitation - Karma Bloody Karma - Cover
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Cattle Decapitation Karma Bloody Karma


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 41 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl Geschwindigkeit und Härte auf die oberste Stufe eingestellt sind, vermögen Cattle Decapitation nicht viel aus dem vorhandenen Material herauszuholen.

Lieferant für besonders interessante, abstoßende oder widerliche Bandnamen waren die Metalbands der härteren Gangart ja schon immer. Das mit einer Betitelung wie Cattle Decapitation, zu deutsch Rinderenthauptung, allerdings das genaue Gegenteil gemeint ist, kommt selten vor. Travis Ryan, seines Zeichens Sänger, Misanthrop und Vegetarier von CD, hat gemeinsam mit seinen Nicht-fleischverzehrenden Kollegen Josh Elmore (Gitarre), Troy Oftedal (Bass), Kevin Bernier (Gitarre) und J.R. Daniels (Schlagzeug) das bisher menschenverachtendste und brutalste Werk mit Namen „Karma bloody Karma“ vorgelegt. Darauf zu finden sind 12 zwischen Grindcore, Death und Black Metal pendelnde Stücke, die keinesfalls für den einmaligen Verzehr gedacht sind, sondern mit ihren gewollt anprangernden und gehaltvollen Texten zum Nachdenken anregen bzw. um im Fachjargon zu bleiben eine wiederkäuende Funktion darstellen sollen.

Das dabei jedes menschliche Wesen, das nur in irgendeiner Art und Weise tierische Produkte, bei denen das Vieh getötet werden muss, in Anspruch nimmt, schlecht, böse und unfair handelt, zeugt von nicht sehr objektivem Schubladendenken, was sich schließlich auch auf die blutrünstigen und nicht selten ekelhaften Lyrics auswirkt. Wäre das noch ein zu verschmerzender Kritikpunkt, den man ruhig mit „Wen es denn sein muss“ abtun könnte, so gestaltet sich die musikalische Seite ebenfalls sehr eindimensional. Immer gleiche Schlagzeugfolgen, die nicht mit den kontrastierenden Gitarrenläufen mithalten, teilweise recht uninspirierte Ideen, die die Songstruktur aufbessern sollen und ein Sänger, der dem Text neben all seiner Tiefgründigkeit keinerlei stimmliche Nuancen verleiht, machen „Karma bloody Karma“ recht schnell zu einem halbgaren Ärgernis.

Obwohl Geschwindigkeit und Härte auf die oberste Stufe eingestellt sind, vermögen Cattle Decapitation nicht mehr aus dem vorhandenen Material herauszuholen, als ihren Unmut und den Hass über die (ihrer Meinung nach) mutwillig boshafte Natur des Menschen zu thematisieren und mit geschmacklosen und brutalen Untertönen zu vermengen. So nobel oder leidenschaftlich die Band auch ihre Vorhaben betreiben mag, die Musik ist es im Falle „Karma bloody Karma“ nicht.

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