Ramblin´ Jack Elliott - I Stand Alone - Cover
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Ramblin´ Jack Elliott I Stand Alone


  • Label: Anti Records/SPV
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer in den 50er Jahren als Mentor von Bob Dylan galt, Kollegen wie Van Morrison, Kris Kristoffersen, Lou Reed und die Rolling Stones beeinflusste und höchstselbst von Woody Guthrie („House of the rising sun“) unter die Fittiche genommen wurde, sollte eigentlich als allseits bekannte, strahlende Musikikone gelten. Pustekuchen! Das Leben ist bekanntermaßen nicht gerecht und so hat es der bald 75jährige Ramblin’ Jack Elliott „nur“ zum Helden des amerikanischen Country- und Folk-Underground gebracht.

Sieben Jahre nach „The Long Ride” (09/1999) legt Ramblin’ Jack Elliott, der mit bürgerlichen Namen Elliott Charles Adnopoz heißt, mit „I Stand Alone“ wieder mal ein neues Studioalbum vor. Doch so alleine ist Elliott gar nicht. Denn als Überraschung hat er sich ein paar bekannte Gäste ins Studio eingeladen. So bedient Flea von den Red Hot Chili Peppers den Bass, Corin Tucker von Sleater-Kinney, Countrystar Lucinda Williams und David Hildago (Buckwheat Zydeco) sind mit dabei, sowie X-Knitters-Drummer DJ Bonebrake und Wilco-Gitarrist Nels Cline.

Doch wer jetzt an den großen Marketingplan glaubt und Star-Produzent Rick Rubin (u.a. Johnny Cash, Dixie Chicks, Slayer) dahinter vermutet, sieht sich getäuscht. Der charmante Cowboy schnappte sich einfach ein paar Traditionals und Folksongs u.a. von Butch Hawes, Scott Wiseman und Hoagie Carmichael – auch wenn diese nur 20 oder 30 Sekunden (!) lang sind – und spielte ein ebenso kauziges wie gefälliges 30-Minuten-Werk ein, das mit augenzwinkernden Titeln wie „Arthritis blues“, einer Ode an sein großes Vorbild („Woody’s last ride“), rührenden Knödeleien wie „Jean Harlow“ und einem Klassiker des Hardcore-Honky-Tonk („Driving nails in my coffin“) eine vergnügliche Songsammlung darstellt, die sicher eine Nische im Country-/Folk-/Singer/Songwriter-Regal finden wird.

Anspieltipps:

  • Engine 143
  • Arthritis blues
  • Remember me
  • Driving nails in my coffin
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