Schtimm - Time, Space And Other Stories - Cover
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Schtimm Time, Space And Other Stories


  • Label: Make My Day/ALIVE
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn einem Schreiberling eine CD wie „Time, Space And Other Stories” von der norwegischen Band Schtimm in die Hände fällt, ist sofort sein Ehrgeiz geweckt und Stilblütenalarm gegeben. Das Quartett aus Trondheim mag sich nämlich nicht so recht in eine Schublade stecken lassen und fordert mit seinem Sound die Formulierungskunst der Journaille heraus.

Von schüchtern, minimalistisch und düster, über bizarr, feinfühlig und schräg bis hin zu verspielt, herzergreifend und romantisch ist da die Rede. Es werden Begriffe wie Dunkel-Pop, Alko-Jazz und Kitsch-Rock erfunden, die mehr zur Verwirrung, als zur Aufklärung beitragen, was die drei Herren um ihre charismatische Frontfrau (aus ihren realen Namen macht die Band ein ziemliches Geheimnis, aber wer mag, kann sich ja einen Wolf recherchieren) da nun eigentlich auf ihrer dritten Platte treiben.

Aufgenommen in drei verschiedenen Studios, mit der Hilfe von zwei Produzenten – also gar nicht mal so Indie wie man denkt – präsentiert der norwegischer Vierer auf „Time, Space And Other Stories“ wiederum gewohnt entspanntes Songmaterial, das sich mit verschrobener Anmut in die Gehörgänge gräbt. Dabei darf es neben allerlei schwebenden Mollklängen („White holes“, „From the times of neverletgo“) auch mal poppig („Dead sparks and wine“), folkig („Don’t blame the rain“) und richtig forsch – E-Gitarren! – zugehen („Same old circle“, „Grey void“), ohne das Wort Rock in den Mund zu nehmen.

Bei „Time, Space And Other Stories“ handelt es sich überwiegend um eine Platte für die Nacht, die ihre Wirkung womöglich erst nach einer Flasche „schweren“ Rotweins beim Hörer entfacht. Dann harmonieren Streicher, Trompeten, Keyboards, Gitarren und eine oftmals an Björk gemahnende Theatralik im Gesang so gut, dass Schtimms (man darf wohl sagen) Avantgarde-Pop mehr als ein Stück Musik für Minderheiten darstellt.

Anspieltipps:

  • Grey void
  • White holes

  • Whatever snow says
  • When only tomorrow
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