Sugarplum Fairy - First Round First Minute - Cover
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Sugarplum Fairy First Round First Minute


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Carl und Victor Norén haben es schon nicht so leicht. Bei Interviews werden sie immer und immer wieder auf die Band des großen Bruders Gustaf angesprochen. Dabei gründeten sich Sugarplum Fairy früher als die populären Mando Diao. Vor ungefähr acht Jahren begannen die damals zwölf- bis vierzehnjährigen Schweden mit ersten Proben, die großen Vorbilder waren die Beatles und Oasis. Und schon trifft man erneut auf eine Band, die ständig mit Sugarplum Fairy in Verbindung gebracht wird. Als Anfang 2005 die Single „Sweet Jackie“ veröffentlicht wurde, belächelten Kritiker die jungen Musiker als Oasis-Imitate, doch auch das hielt das Quintett nicht davon ab, weiter zu machen.

„Young And Armed“, das Debütalbum folgte kurze Zeit später und traf auf gespaltenen Meinungen. Sie hätten kein eigenes Profil sagten die Einen, sie würden Jugendliche ermuntern, selbst einmal eine Gitarre in die Hand zu nehmen, sagten die Anderen. Und tatsächlich waren es Teenager, die in die Plattenläden rannten und sich die CD kauften, der Großteil von ihnen Mädchen. Nach zwei Jahren folgt nun das zweite Album und die Neugier war groß. Vorab ließen Sugarplum Fairy verlauten, dass „First Round First Minute“ erwachsener klänge und dass sie sehr zufrieden mit dem Ergebnis seien. Vorab wurde eine Doppel-A-Single auf den Markt geschickt, auf der sich die ersten beiden Tracks des Albums nämlich „Last Chance“ und „She“ befinden. Keine Ballade wie beim ersten Mal, sondern zwei Rocknummern, die Erkennungswert haben und das nicht, weil sie nach Oasis, sondern nach Sugarplum Fairy klingen. In beiden Fällen teilen sich die beiden Frontmänner und Brüder Carl und Victor den Gesang und zeigen damit wieder eine Parallele zu Mando Diao auf, wenn auch ungewollt. Stimmlich könnten die Zwei nicht unterschiedlicher sein, Victor bildet mit seiner klaren hohen Stimme einen Kontrast zu der tiefen, kratzigen Stimme von Carl.

Auf dem Album geht es nach den beiden Singleauskopplungen rockig weiter, sowohl „Don't Wake Us Up“, als auch „The Soul Of The Sun“ entwickeln sich nach mehrmaligem Hören. „Mary Gold“ zeigt dann eine Frische auf, die klarmacht, dass Sugarplum Fairy noch sehr viel Jugendlichkeit in sich tragen und es macht Spaß, diese Leichtigkeit hören zu können. Dennoch lassen sich Entwicklungen feststellen, sowohl Kristian Gidlund (Schlagzeug), David Hebert (Bass/Keyboard), Jonas Carlson (Lead Gitarre), als auch die beiden Frontmänner Victor Norén (Vocals/Bass/Percussion) und Carl Norén (Vocals/Gitarre) sind an ihren Instrumenten gefestigt und Carl hat seine Liebe zur Kopfstimme entdeckt, was besonders bei „My Saviour My Secret“ - eine der wenigen Balladen - zu hören ist. Die Fans können sich entspannen, Sugarplum Fairy können auch weiterhin zuckersüße Balladen schreiben, die Mädchenherzen zum Schmelzen bringen.

Aber auch Victor steht seinem Bruder in Sachen Kopfstimmengesang in Nichts nach („Back Where We Belong“), zelebriert den jedoch nicht so häufig wie sein älterer Bruder. Zwischendurch schwächelt das Album, dadurch stechen dann Songs wie „It Takes Time It Takes Two“ stärker hervor und schon nähert man sich dem Ende. „Love Bird“ ist das Finalstück und sorgt für ein ruhiges Ende. Es hat ganz klar eine Entwicklung stattgefunden.

„First Round First Minute“ ist kein perfektes Album und wird sicherlich wieder hier und da mit Oasis verglichen werden. Wer sich daran nicht stört, dürfte viel Freude mit den neuen Songs haben.

Anspieltipps:

  • She
  • Mary Gold
  • Back Where We Belong
  • It Takes Time, It Takes Two
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