Michael Franti & Spearhead - Yell Fire! - Cover
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Michael Franti & Spearhead Yell Fire!


  • Label: Anti Rec./SPV
  • Laufzeit: 64 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der 40jährige Michael Franti zählt seit 20 Jahren zur Garde der musikalischen Politaktivisten. Jemand der in seinen Texten reale Missstände anprangert, deutlich auf Konfrontationskurs geht und mit drastischen Worten die Finger in die Wunden legt. Einer der nach seiner Überzeugung lebt und nicht auf medienwirksamen Armani-Messias wie Bono von U2 macht.

Frantis drittes Musikprojekt nach den Beatnigs und den Disposable Heroes Of Hiphoprisy nennt sich Spearhead, mit dem er 1994 debütierte und sogar einen Major-Deal bei Capitol/EMI landen konnte. Nach zwei Alben, die sich beachtlich verkauften, verließ er den Major und gründete sein eigenes Label Boo Boo Wax, das über Anti Records vertrieben wird, der renommierten Singer/Songwriter-Abteilung aus dem Hause Epitaph, auf dem u.a. Tom Waits, Greg Graffin, Daniel Lanois, Neko Case und Jolie Holland unter Vertrag stehen.

Hier erscheint das mittlerweile fünfte Spearhead-Album „Yell Fire!“, auf dem Michael Franti in gewohnter Manier die unterschiedlichsten Stilarten miteinander verbindet und textlich mit scharfen Aussagen würzt. Geprägt wurden die neuen Songs, die in Kingston, Jamaika und in Frantis Heimatstadt San Francisco aufgenommen wurden, von einer privaten Reise durch den Mittleren Osten im Sommer 2004, als Franti das Kriegsgebiet im Irak besuchte, um einen Dokumentarfilm zu drehen. Zusammen mit „Yell Fire!“ erscheint dieser unter dem Namen „I Know I'm Not Alone”.

Der Track selbigen Namens sticht als einziger Rocksong aus dem entspannt groovenden Reigen aus Reggae („Time to go home“), Folk („Sweet little lies“), HipHop („East to the west“), Pop („See you in the light“) und Funk („Everybody ona move“) heraus, der im krassen Gegensatz zu Frantis Botschaften steht. Könnte man zumindest meinen. Denn in der Regel verbindet man mit Aussagen wie „Those who start wars never fight them. And those who fight wars never like them. Those who write laws can recite them. And those of us who just fight laws we live and die them” wilde Punkrock-Attacken und amtliches Gebrülle.

Michael Franti zeigt, dass es auch auf andere Weise geht und erinnert damit in gewisser Weise an Bob Marley, der in seinen Reggaes ebenfalls glasklare, politische Botschaften untergebracht hat. Als Gaststars fungieren übrigens Megastar Pink, die zu dem eingängigen Soul-Reggae-Song „One step closer to you” Backgroundvocals beisteuerte, und der Reggae/Soul-Senkrechtstarter Gentleman vom deutschen Four Music Label, der den Schlusstrack „Is love enough?“ veredelt. Alles in allem ein gutes Album, mit schöner Sommermusik und brisanten Textbotschaften.

Anspieltipps:

  • Hey now now
  • See you in the light
  • One step closer to you
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