TV On The Radio - Return To Cookie Mountain - Cover
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TV On The Radio Return To Cookie Mountain


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf dem gesamten Album gibt es unendlich viel zu entdecken und vor allem viel zu bestaunen.

TV On The Radio aus Brooklyn, NY sind mehr als nur eine Band, sie sind ein Künstlerkollektiv und so passt es auch ins Bild, dass Multi-Instrumentalist/Produzent David Andrew Sitek und Sänger Tunde Adebimpe durch die Malerei zueinander gefunden haben. Nebenbei jammen die beiden und erst als der erste Auftritt ansteht, nimmt die Vorstellung von TV On The Radio konkretere Formen an. Wobei nur wenig im Kontext der New Yorker als konkret zu beschreiben ist, denn dafür nehmen die Songs zu viele Wendungen, variieren von Gospel/Soul bis hin zu Indie-Rock und vielschichtiger Electronica. Im Hause von Touch & Go Records erscheint die EP „Young Liars“, welche neben einem individuellen, mit nichts zu vergleichenden Klangbild durch Gastauftritte von Nick Zinner sowie Brian Chase (Yeah Yeah Yeahs) und einer Coverversion des Pixies-Songs „Mister Grievers“ den ersten Schritt von TV On The Radio glanzvoll untermauert. Mitte 2004 ist es dann Zeit für das Debütalbum "Desperate Youth, Blood Thirsty Babes", das Genregrenzen sprengt und trotz seiner zahllosen musikalischen Varianten den roten Faden beibehält.

Mittlerweile ist das Trio zu einem Quintett geworden, da die ursprünglich nur als Live-Musiker fungierenden Gerard Smith (Bass) und Jaleel Bunton (Schlagzeug) als vollwertige Mitglieder dazugestoßen sind. Auch auf dem sehnlich erwarteten Zweitwerk, welches als „Return To Cookie Mountain“ dieser Tage in die Läden wandert, befinden sich mit David Bowie (der bekennender TV On The Radio-Fan ist), Kazu Makino (Blonde Redhead) sowie Katrina Ford (Celebration) illustre Gesangsgäste, die ergänzend auf eine komplexe, atemberaubende Scheibe einwirken.

Auch wenn das neue Werk zugänglicher als noch das Debüt ist, braucht es auch hier Zeit, bis man im Kosmos von TV On The Radio komplett versinken kann. Damit dies auch geschieht, ist der Opener „I Was A Lover“ dank lauernder Drums sowie einem elektronischen Klangteppich mit einer psychedelischen Eingängigkeit ausgestattet, die in Verbindung mit den warmen Vocals von Kyp Malone und Tunde Adebimpe entzückt. Vordergründig kann man gar von Pop sprechen, doch der wahre Tiefgang und die wahre Faszination erschließen sich einem bei den ersten Hördurchgängen noch lange nicht. Das Piano in „Province“ (mit einem zurückhaltenden und dennoch unverkennbaren David Bowie) und schwebende Gitarrenwände lassen einem keine Chance, dieser gefühlsintensiven, vereinnahmenden Reise zu entfliehen. So verhält es sich auch mit „Wolf Like Me“, der auf den ersten Blick ein beherzter Rocker ist und doch viel mehr als das bietet.

Auf dem gesamten Album gibt es unendlich viel zu entdecken und vor allem viel zu bestaunen, wenn sich aus atmosphärischen Synthie-Sounds wundervolle, dicht gewebte Gitarren erheben, die Songs plötzlich eine Wende nehmen und beschwörender Gospel („A Method“) in keiner Weise wie ein Eindringling wirkt, sondern den schier unausschöpflichen Kreativitätsradius von TV On The Radio um eine weitere Note verschönert.

Anspieltipps:

  • Province
  • I Was A Lover
  • Wolf Like Me
  • Blues From Down Here
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