Campsite - Names, Dates And Places - Cover
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Campsite Names, Dates And Places


  • Label: Pias/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Campsite sind Dänen und eine von vielen neuen Bands, die britisch geprägten Wave-Pop mit Disco-Nummern sowie beherzten Rockern paaren und dabei den Nerv der Indie-Kids treffen. Ihr Debüt „Names, Dates & Places“ ist nicht das erste Lebenszeichen des Quintetts, denn bereits 2003 punkteten die zwei Jahre zuvor gegründeten Campsite dank der EP „Confidence / Pastime / Sweet Dream“. Mit dem holländischen Produzenten Minco Eggersman schraubten die fünf jungen Herren im Mailmen Studio (Utrecht) am Erstling, welcher im Sommer 2006 Campsite zum Durchbruch verhelfen soll und im Promotext als DIE neue Sensation aus Dänemark angeprangert wird. Da solche Superlativen generell abschreckend die Musikhörer zweifeln lassen, darf man froh sein, dass Dänemark bisher nicht DIE Musikhochburg ist. Dieser Umstand relativiert die größenwahnsinnige Aussage und lässt uns zur Musik kommen, welche melodisch und hauptsächlich gefühlvoll aus den Boxen perlt.

Einigermaßen dramatisch erklingen im Opener „Pastime“ monotone Gitarrenriffs, während feingliedrige Melodien im Laufe des Songs an Deutlichkeit gewinnen und geschmackvolle, jedoch eher halbherzige Breaks zwischen dem vorherrschenden, überraschungslosen Wave-Pop des Songs für Spannung sorgen sollen. Diese wird allerdings nur gestreift und glänzt lediglich temporär, begünstigt durch flächige Gitarrenläufe. „Interstate“ kommt deutlich beschwingter und zielstrebiger zum Zuge, da eine gewisse, gar sixties-mäßige Leichtigkeit zum Tanzen einlädt und Johannes Nidams Stimme mit der nötigen Extravaganz über eingängigen Gitarren und straighten Drums thront. Da vergisst man sogar die plastischen Keyboards, welche dem Song nicht wirklich gut stehen und glücklicherweise eher beiläufig erklingen.

„Clean Cut“ ist der erste Song, welcher auf ganzer Linie überzeugt und mit spielerisch antreibenden Gitarren sowie der Dringlichkeit eines Indie-Hits neben erfrischenden Tempowechseln und atmosphärischen Keyboard-Einsprengseln zurecht glanzvoll hervorsticht. Dass Campsite jedoch auch druckvoll und mit wuchtigen Gitarrenwänden ausgestattet für noisige Momente sorgen, beweist das stilecht betitelte „Black Disco“. Dort erheben sich zwischen ruhigen Parts dunkle, psychedelische Ausbrüche, deren Erscheinungsbild für Verwunderung sorgt und trotz der zu begrüßenden Abwechslung ob der halbherzigen Herangehensweise an neue Gefilde eher untergeht. Überhaupt ist Campsites Erstling ein größtenteils höhepunktarmes Unterfangen, das luftig um die Ecke kommt und genau so wieder im weiten Rund der Veröffentlichungen verpufft. Auch wenn einige, wenige Songs hervorstechen und es stets unterhaltsam bleibt, reicht es für „Names, Dates & Places“ nicht für die echte Empfehlung, da schicke Songideen relativ zügig in der Belanglosigkeit verhallen.

Anspieltipps:

  • Interstate
  • Clean Cut
  • In Case You Want To Talk It Out
  • Between Buildings
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