Helmet - Monochrome - Cover
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Helmet Monochrome


  • Label: DRT Entertainment
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Monochrome“ ist wie eine Retroperspektive auf vergangene Höhepunkte, ein Querschnitt der musikalischen Wurzeln Helmets.

Sind wir mal ehrlich, das letzte Helmet-Album „Size Matters“ konnte man als Vieles bezeichnen, aber bestimmt nicht mehr als den typischen Helmet-Metal. Eher als musikalischer Pensionierungsanspruch im Wattemantel. Ungewohnt sanft, poppig bis zum Erbrechen und weichgespült von vorne bis hinten. Dabei war Helmet-Urvater Page Hamilton schon immer mehr Mann als Weichei. War es doch Hamilton, der mit seinem unbeschreiblichen Mix aus New-York-Hardcore und Jazzeinflüssen den zu jener Zeit einmaligen Noise-Core-Sound kreierte, eine Melange aus kompromisslos simplen und trockenen Riffs, gebettet in straighten, aber dennoch vertrackten Grooves, gepaart mit einem Gesang, den man eher als weiteres Rhythmusinstrument bezeichnen konnte, denn als anheimelndes Stimmchen.

Helmet wurden innerhalb kürzester Zeit zu Kultfiguren der Hardcore- und Metal-Szene. Platten wie „Betty“ und „Meantime“ wurden zu modernen Klassikern der Rockgeschichte und inspirieren Künstler des härteren Faches noch bis heute. Es hätte Hamilton wirklich niemand übelgenommen, wenn er nach über 15 Jahren im Rockgeschäft und einer bitteren Enttäuschung wie „Size Matters“ die Gitarre an den Nagel gehängt und die Füße hochgelegt hätte. Die Fans hätten ihn ehrenhaft entlassen. Mit „Monochrome“ lässt uns der Meister nun aber doch wieder in Reih und Glied antreten. Willkommen im Bootcamp der malträtierenden Gitarrenarbeit, der perfektionistischen Minimalistik und der hakenschlagenden Rhythmik. Mit einfachen Worten, Helmet sind zurück!

„Monochrome“ ist wie eine Retroperspektive auf vergangene Höhepunkte, ein Querschnitt der musikalischen Wurzeln Helmets. Endlich scheren sich die vier Mannen wieder einen Dreck um Trends und Chartprognosen und gerade diese Tatsache wird Fans und Kritiker überzeugen. Songs wie „Swallowing everything“, „On your way down“ oder auch „Goodbye“ bewegen sich endlich wieder auf den Spuren alter Tage und versprühen kompromisslos bretternden Charme. Klar gibt es auch wieder den einen oder anderen melodischen Track wie „Gone“ oder „Monochrome“, aber eben nicht so aufdringlich wie es eben noch auf dem Vorgänger der Fall war. Alles in allem ist den Mannen um Page Hamilton eine typische Helmet-Platte gelungen. Zwar nicht so stark, kraftvoll und innovativ wie ältere Werke, aber es hat ja auch niemand verlangt, man müsse sich selbst kopieren.

Anspieltipps:

  • Gone
  • Money Shot
  • Swallowing Everything
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