Ziggy  Marley - Love Is My Religion - Cover
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Ziggy Marley Love Is My Religion


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der älteste Spross der Marleys bietet ein entspanntes Werk, das ohne zu Zögern neben eine Platte seines Vaters gestellt werden kann.

So gut wie jeder Bob Marley-Spross ist schon irgendwo musikalisch in Erscheinung getreten. Ob nun der jüngste, Damian Marley, mit seinen Solo-Alben „Halfway tree“ und „Welcome to jamrock“ Grammys einsackt und andere musikalische Wege als den Roots-Reggae seines Vaters beschreitet oder mit anderen Reggaekünstlern unter dem Namen The Sheperds auftritt oder der älteste, Ziggy Marley, sich mit seinen drei Geschwistern Stephen, Sharon und Cedella zu The Melody Makers zusammenschließt um einen Mix aus Blues, R´n´B, HipHop und Reggae zu zelebrieren oder alleine mit seinem Debüt „Dragonfly“ von 2003 dem Pop nicht abgeneigt ist. Einer Sache sind sie sich alle bewusst – Sie werden wohl die Bürde niemals ablegen oder überwinden können, eine der größten Figuren in der zeitgenössischen Musikgeschichte als Vater gehabt zu haben.

Selbst wenn der Versuch besteht durch andere musikalische Einflüsse einen anderen Weg zu beschreiten, die Messlatte für neue Werke liegt immens hoch und allzu abwegiges Material, das man von einem Marley-Nachkömmling in der jeweiligen Art und Weise nicht erwartet hätte, wird meistens als uninteressant eingestuft. Dessen ist sich auch Ziggy Marley bewusst und geht nach seinem Debüt „Dragonfly“ wieder einen Schritt zurück in die Richtung des spartanischen, schnörkellosen Reggae mit Sunshine-Feeling trotz politischer und persönlicher Texte.

Der flotte Auftakt „Into the groove“ führt gleich vor, dass afrikanische Perkussionsinstrumente im Vordergrund stehen und karibisches Flair wird stilvoll eingefangen. Das Statement „Love is my religion“ erklingt im Anschluss in gut gelaunter Manier, bis Ziggy in „Make some music“ den Text einerseits vor sich hin säuselt und andererseits im Takt des Rhythmus klar vorgetragen den Aufruf „Come on baby let´s make some music“ tätigt, bis „Friend“, ein Loblied an die Freundschaft, aus den Boxen sprudelt.

Die „Black cat“ schleicht sich kopfnickend in die Gehörgänge, „Beach in Hawaii“ wird gemeinsam mit einer süffisanten Frauenstimme und einer hübschen Melodie nachdenklich vorgetragen, das darauffolgende „A lifetime“ widmet sich dem Thema Liebe und mischt Streicher mit Reggae-Sounds und daran anknüpfend versucht das politische „Be free“ trotz kurz aufblitzenden E-Gitarren an das Werk seines viel zu früh verstorbenen Vaters anzuschließen, an den er sich in „Keep on dreamin´” mit besorgter Stimme wendet („Won´t you come back so we can play?“).

Den Abschluss an neuem Material bildet „Still the storms“, das sich mit den Situationen in Ruanda, Sierra Leone oder dem Sudan auseinandersetzt, bevor eine beherzte, akustische Version von „Love is my religion“ und ein etwas gewöhnungsbedürftiger Remix von „Be free“ die Platte ausklingen lässt. Der Zweitling von Ziggy Marley ist sicherlich keine Offenbarung und weitgehende Experimente werden vorläufig außen vor gelassen, was sich auf dem dritten Album aber vielleicht wieder ändern könnte. Dennoch bietet der älteste Spross der Marleys ein entspanntes Werk, das ohne zu Zögern neben eine Platte seines Vaters gestellt werden kann.

Anspieltipps:

  • Black Cat
  • A Lifetime
  • Still The Storms
  • Keep On Dreamin´
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