Razorlight - Razorlight - Cover
Große Ansicht

Razorlight Razorlight


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Historie von Razorlight beginnt 2002, als der künftige Frontmann und Kopf der Band, Johnny Borrell in einem Londoner Pub den Schweden Björn Agren trifft, welcher eigentlich auf dem Weg nach Australien ist und schon länger seine Gitarre nicht mehr angeröhrt hat. Schnell flammt jedoch die alte Leidenschaft des Musikmachens wieder auf. Björn Agren verwirft seine Pläne, weiter nach Australien zu reisen und gibt sich mit Johnny Borrell dem Brainstorming hin. Als Bassist tritt Carl Dalemo, ein weiterer Schwede, in die Dienste von Razorlight, während das Line-Up durch Christian Smith-Pancorvo am Schlagzeug vervollständigt wird. Mittlerweile waren die Jungs einige Male im Studio, um Demos aufzunehmen, mit denen sie 2003 eine Vielzahl von Plattenfirmen auf sich aufmerksam machen.

Nachdem Mercury/Universal den Zuschlag erhält, wird die Aufnahme des Debüts „Up All Night“ zu einer Tortur. Steve Lillywhite sieht von der Produktion der Scheibe ab, da er für U2 tätig wird und dem zweiten zu Rate gezogenen Produzenten John Cornfield ist es nicht möglich, ständig ins Londoner Studio zu fahren, da er in Cornwall seinen kranken Vater pflegen muss. Im Zuge der Ratlosigkeit entscheiden sich Razorlight, nach Cornwall zu fahren und die Aufnahmen zu „Up All Night“ mit John Cornfield zu vollenden. Dieser Entschluss sollte sich lohnen, denn das Debüt startet im Vereinigten Königreich sofort durch und kann auch in Deutschland für beachtliches Aufsehen sorgen. Vom NME abgefeiert, beginnt der Triumphzug von Razorlight, der nun mit dem Zweitwerk „Razorlight“ zumindest rein musikalisch weitergeführt wird, wobei die Eckdaten mit Andy Burrows als neuen Drummer nicht unerwähnt bleiben sollen.

Der Opener ?In The Morning? zeigt dann auch gleich, wie die Jungs den zweiten Streich vergolden: Luftiges Songwriting setzt beherzt auf variable Gitarrensounds und Rhythmen, ohne das Garagenflair mitsamt der höchst ansteckenden Melodien außen vor zu lassen. Zwischen Indie-Rock und Pop, doch stets charmant lässig und tief in den Wurzeln der Rockgeschichte verwurzelt, pendeln sich Razorlight in den Sechzigern ein und können mit nahezu jedem Song den nächsten Hit präsentieren, wenn man denn auf Piano-Wohltaten und rauen, antreibenden Sixties-Pop inklusive aufmunternder Herzschmerz-Lyrics („Who Needs Love?“) oder handclap-lastige Beatmusik („Hold On“) steht. Doch man fragt sich ernsthaft, wer diese Scheibe nicht verschlingen wird, wer sie nicht als rotzigen und doch poppigen Gute-Laune-Evergreen rauf und runter hören wird.

Dass die Vier catchy sind, steht außer Frage. Doch dass sie Songs für die Ewigkeit schreiben, die obwohl sie sich nur auf Vergangenes beziehen so unabdingbar großartig sind, in denen kein Gitarrenlauf zu viel, keine Melodie verschwendet und kein Sing-a-long ins Leere läuft, kann man nun dingfest machen. Jeder Moment und jede Hookline geht punktgenau und unbeschwert ins Ohr, so dass selbst der beherzt stimm- und nicht zuletzt selbstsichere Johnny Borrell vor seinen Musikern in die Knie gehen muss.

Anspieltipps:

  • In The Morning
  • Who Needs Love?
  • Back To The Start
  • I Can´t Stop This Feeling I´ve Got
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

News Of The World (40th Anniversary Edition)
  • 2017    
8/10

Automatic For The People (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Razorlight“
comments powered by Disqus