Cellador - Enter Deception - Cover
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Cellador Enter Deception


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Kraftvoll, treibend und gehörig auf die Tube drücken soll er, der Power Metal. Genauso wie es Cellador auf ihrem Debüt „Enter deception“ präsentieren. Da jagt der Gitarrist den Schlagzeuger und umgekehrt, es mischen sich wuchtige Akkordläufe plötzlich ins Geschehen und der Sänger singt, schreit oder jault in den unterschiedlichsten Lagen seines stimmlichen Umfangs. Interessant, dass Michael Gremio (Gesang), Chris Petersen (Gitarre), David Dahir (Schlagzeug), Valentin Rakhmanov (Bass) und Bill Hudson (Gitarre, Keyboard) erst seit Sommer 2004 gemeinsame Sache machen, unter anderem einen Altersdurchschnitt von 20 Jahren aufweisen und so ganz und gar nicht nach Neulingen klingen, die gerade die Pubertät hinter sich gelassen haben.

Vielmehr schlägt ihr Debüt direkt in die Magengrube und bei den 8 Songs, die sich größtenteils an die 6-Minuten-Marke halten, durchläuft der Hörer immer das anscheinend gleiche Szenario: Er wird von der Wucht des Schlagzeugs gebeutelt, unerwartet fallen gelassen und kurz bevor er auf dem Boden aufknallt wird er wieder von einer jaulenden Gitarre in die Mangel genommen und im Anschluss während eines Solos zärtlich gestreichelt. Das klingt zwar anfangs spannend, aber müsste doch irgendwann langweilig werden, könnte man vermuten. Im Prinzip gestaltet sich keiner der Songs stark abseits der oben geschilderten klanglichen Erfahrung, die fünf Jungs verstehen es allerdings den Stücken einen abwechslungsreichen Mantel überzustreifen, der durch knackige, solistische Darbietungen und einer druckvoller Produktion durch Erik Rutan (Hate Eternal, Morbid Angel) niemals zu einer wirklich faden Angelegenheit wird.

In diesem Spektrum erstrecken sich in ungefähr einer dreiviertel Stunde die acht Songs auf „Enter deception“, die einmal geradlinig und knüppelhart („Leaving all behind“, „Awakening“), dann wieder stärker melodisch und mit stadiontauglichen Hooklines ausgestattet („A sign far beyond“, „Forever unbound“, „No chances lost“) aus den Boxen poltern oder sich einfach ein paar Anleihen bei den Kollegen des Heavy Metal holen („Never again“, „Seen through time“, „Releasing the shadow“). Wird in Betracht gezogen, wie uninspiriert viele der neuen Power Metal-Outputs sind, dann ist es direkt eine Freude dem Fünfer bei ihren „Flinke Finger“-Übungen zuzuhören. Sollten sich Cellador in dieser imposanten Form weiter bewegen, dann steht ihnen noch wahrlich Großes in der Szene bevor.

Anspieltipps:

  • Never Again
  • A Sign Far Beyond
  • Seen Through Time
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