Porcupine Tree - Stupid Dream (Special Edition) - Cover
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Porcupine Tree Stupid Dream (Special Edition)


  • Label: Snapper Music/SPV
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Kam zu glauben, aber es gab auch ein Stachelschweinleben vor „In Absentia“ (2003) – jenem, mit Lobpreisungen und Superlativen überschütteten Meilenstein. Anhaltspunkte dafür, warum der Band nicht schon lange vorher größere Aufmerksamkeit zuteil wurde, gibt es kaum. Ein Grund könnte sein, dass die Band durch den experimentelleren und aggressiveren Sound auf „In Absentia“ erstmals auch für Alternative-Rock-Freunde interessant war. An mangelnder Klasse kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn während Steven Wilson & Co. auf den Frühwerken erfolgreich Pink Floyd beerbten, wurde ab etwa „Signify“ (1996) eine deutlich songorientierte und durchaus auch poppige Richtung eingeschlagen, die ihre Höhepunkte in „Stupid dream“ und dem Nachfolgewerk „Lightbulb sun“ (2000; Re-Release ist für Mitte 2008 geplant) fand.

Die hier besprochene Ausgabe stellt die Wiederveröffentlichung des ursprünglich 1999 unters Volk gebrachten Albums dar, welche dringend notwendig war, denn das Album war lange Zeit vergriffen und konnte nur zu unverhältnismäßig hohen Preisen über einschlägig bekannte Internetplattformen bezogen werden. Die neue Fassung bietet neben einer verbesserten Soundqualität auch eine Bonus-DVD mit dem Surround-Mix des Albums sowie eine Fotogalerie. Hinzu kommt die lange Version von „Even less“ (14 Minuten) und ein sehenswertes Video zu „Piano lessons“. Mit diesen beiden Songs eröffnet auch das eigentliche Album, unverständlicherweise jedoch nur mit Kurzfassung von „Even less“. Allerdings kann man sich auch mit 7 Minuten einen ausreichenden Eindruck davon verschaffen, warum der Song Kultstatus unter Porcupine-Tree-Fans genießt. Nach diesem Schwergewicht sorgt „Piano lessons“ für Entspannung. Mit seiner beschwingten Melodie würde sich der Song gut auf jeder BritPop-Compilation machen. Das nächste essentiellere Stück wartet mit „Don't hate me“ auf. Eines dieser schwebenden Lieder mit deutlichen Pink-Floyd-Reminiszenzen inklusive Saxophonsolo.

Den Vogel schießen Porcupine Tree mit „Stranger by the minute“ ab. Im Grunde ein wenig spektakulärer Song, der aber dank einschmeichelnder Harmonien und sahnigem Refrain sofort zündet. Das anschließende „A smart kind“ erzeugt eine ähnliche Stimmung wie „Don't hate me“ und ist schon deswegen überaus hörenswert. Das kontroverseste Stück auf dem Album ist sicher „Tinto Brass“. Das Instrumental über den Schmuddelfilmregisseur pfeift, piept und tutet aus allen Poren, was die Zugänglichkeit erschwert. Spannend ist's trotzdem und wird viele Sympathisanten finden. Zum Schluss geht's mit „Stop swimming“ nochmals floydiger zur Sache. Schöner Ausklang eines schönen Albums, welches zwischen den genannten Highlights zwar Schwächen offenbart, was daran liegt, dass nicht näher beschriebenen Lieder wie „Pure narcotic“ und „Baby dream in cellophane“ zwar nicht minder interessant, alles in allem aber nicht wirklich zwingend sind. Dennoch sei das Album allen ans Herz gelegt, die sich für authentische, warme Musik ohne jegliche Prog-Allüren begeistern können.

Anspieltipp:

  • Even less
  • A smart kid
  • Piano lessons
  • Don't hate me
  • Stop swimming
  • Stranger by the minute

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