The Shell - Feel Free - Cover
Große Ansicht

The Shell Feel Free


  • Label: Monkey Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Placebo Mastermind Phil Vinall“ sind die ersten vier Worte des Pressetextes zu „Feel free“ und bereits diese geringe Anzahl an Buchstaben lässt zusammenzucken und ein verärgertes Gesicht aufsetzen, hat angepriesener Herr zwar Songs von Placebo produziert, aber gerade einmal eine Handvoll, sodass der Bezug und die Verbindung zu Placebo eher gering ist um wirklich als Garant für eine gute Platte benutzt werden zu können. Nun, was will man machen, das zweite Album der Schweizer Band The Shell hat er auf jeden Fall zur Gänze produziert und wird ein Blick auf seine bisherigen Veröffentlichungen und Kollaborationen geworfen, merkt man, dass Singles die Stärke dieses Produzenten sind. Zur großen Enttäuschung hört sich der Zweitling von Patrice Lambeau (Gesang, Gitarre), Michael Frommenwiler (Bass) und Roger Cadalbert (Schlagzeug) genauso an wie eine Single-Zusammenstellung einer Rock-Band, die nichts anderes kennt als möglichst laut, krachend und stur die Saiten zu zupfen, den Eigenständigkeitsfaktor aber komplett außer acht lässt.

So gebärden sich die ersten sechs Songs mit dem größtmöglichen Maß an Radiotauglichkeit („My sick duck“, „Libera“, „Channel hope“) mit Chartkompatibilität („Frequently asked questions“, „Everywhere is home“) gerade nach vorne rockend („Feel free“), bevor „If there´s a time for everything“ dem Krawall ein Ende setzt und die stille Seite des Trios einkehren lässt, die mit dem langatmigen „Telepath“ weitergeführt wird. „Truth to be told“ ist dann nicht nur fast genauso lang wie Track Nummer 7, sondern greift noch einmal das Schema des vorher erklungenen Stückes auf und im Anschluss schleicht der erste mit „Ok“ zu bezeichnende Song „Oblivion“ aus den Boxen. Wieso gleich nach einer kurzen Pause ein herbes Instrumental folgt, bei dem die Lautstärke in den oberen Bereich gelenkt werden muss um dieses Ungetüm in seiner gesamten Pracht erleben zu können und wieso dieses „Pro one“ mit seinen nicht ganz 2 Minuten als erste Komposition zur Gänze gefällt, ist genauso unbegreiflich wie interessant.

Mit „Let go to hold on“ wird es zum Ende hin noch einmal richtig alternativ rockig und eines ist nach einem gesamten Durchgang von „Feel free“ sicher: Live sind die Jungs mit ziemlicher Sicherheit eine Wucht und wenn nicht, dann gibt es wohl so gut wie nichts Eigenständiges an ihnen. Den Spaß und den Elan, den The Shell in ihre Songs einbringen, ist erstaunlich und erfrischend. Das Material wird es dadurch aber trotzdem nicht. Und damit wird der Dreier eine Rockband unter vielen bleiben.

Anspieltipps:

  • Feel Free
  • Oblivion / Pro One
  • Let Go To Hold On
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

News Of The World (40th Anniversary Edition)
  • 2017    
8/10

Automatic For The People (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „The Shell“
comments powered by Disqus