Swedish - Seelensurfen - Cover
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Swedish Seelensurfen


  • Label: Monkey Music
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Wiener Indielabel Monkey Music vergrößert seine Spannweite und richtet sich eine kleine Niederlassung in der Schweiz ein, denn „mitten in Europa gibt es noch sehr viel zu entdecken“. Die Katalognummer 001 von Monkey Schweiz gehört Swedish, einer vierköpfigen Band, die sich bereits 1997 dem Pop/Rock angenommen hat, der anfänglich auf Englisch vorgetragen durch deutsche Texte ersetzt wurde, was für sie selber eine „nahtlose und logische Entwicklung in der musikalischen Ausrichtung der Band“ war. Die Mitglieder Marius Tschirky (Gesang, Gitarre), Thomas Szokody (Keyboard), Lukas Speissegger (Bass) und Francesco Gasparini (Schlagzeug) setzen vor allem auf die ausdruckstarke und wandlungsfähige Stimme ihres Sängers und auf sich vor dem Hörer auftürmende Klangbilder, wie gleich zu Beginn im Opener „Tauchgang“ zu vernehmen.

Swedish beherrschen ebenfalls die Kunst des lockeren Songschreibens, die sich mit berührenden Melodien und wehmütigen Klängen mischt. Das rockt dann einerseits („Reh“, „Seelensurfer“, „Scheinwerferlicht“, „Franz-Carl“), schmiegt sich beherzt und sanft ans Ohr („Swedish hotel“, „Herz“, „Liebesrausch“, „Sternenpech“) oder schwebt andächtig durch den Raum („Tauchgang“, „Sommerlied“, „Schau mich nicht an“, „Nach haus“). Trotz der anständigen musikalischen Umsetzung trüben hin und wieder gewöhnungsbedürftige Passagen, die zwischen bedeutungsschwanger und scheinphilosophisch wanken, die Texte und Marius Tschirky verlässt sich einen Deut zuviel auf sein Organ, das mitunter schon mal nerven kann, wenn er z.B. in „Sommerlied“ in gelangweilter Manier die Strophen darbietet.

Die weinerlichen Eskapaden seiner Stimme könnten ebenso zurückgeschraubt werden, die dem Kontext mancher Stücke die falsche Richtung geben. Ansonsten wirken die Songs „Tauchgang“, „Sternenpech“ und „Nach haus“ in ihrer Länge ein wenig überproportioniert (beide beinahe oder über sechs Minuten, der Rest hält bei einem Durchschnitt von vier), sind aber dennoch nicht aufdringlich in ihren Gebärden. Insofern kann von einem ambitionierten Werk der vier Schweizer gesprochen werden, dass jedoch einige Mängel aufweist, die den Gesamteindruck schmälern.

Anspieltipps:

  • Seelensurfer
  • Swedish Hotel
  • Scheinwerferlicht
  • Schau mich nicht an
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