Lisa Chappell - When Then Is Now - Cover
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Lisa Chappell When Then Is Now


  • Label: Neo/SonyBMG
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es hat schon viele Schauspieler, vor allem Serienstars, gegeben, die in das Musikbusiness wechseln wollten. Erfolgreich und hörenswert waren nur wenige, ein positives Beispiel ist Kylie Minogue aus Australien. Linda Chappell stammt aus Neuseeland und hat ihr Debütalbum in Sydney aufgenommen. Der Songwriter und Produzent Rick Price, der in Australien einen ziemlichen Namen hat, überredete sie, in seinem Studio diese elf Songs zu produzieren. Als Schauspielerin glänzte Chappell in der TV-Serie „McLeods Töchter“. Nach ihrem freiwilligen Ausstieg kehrte sie zurück zu ihren Wurzeln, denn der Gesang war schon vor der Schauspielerei ihre Leidenschaft. Herausgekommen ist ein hörenswerter Longplayer, der in leider nur 37 Minuten viel Melancholie und vor allem Folk- und Countryfeeling versprüht. Rick Prices bevorzugte Musikrichtung ist die Countrymusik, er spielt fast alle Instrumente persönlich ein.

Der Opener „Flowers in the wasteland“ schwebt ein und die Pianomelodie dieser Ballade und die sanfte Stimme Chappells, die erstaunliche Wandlungsfähigkeit offenbart, erreicht nicht nur das Ohr. Wer bei solchen emotionalen Attacken kalt bleibt, wenn die Geigen derart schwelgen, der hat was verpasst. In dieser reduzierten Form geht es weiter; wer braucht viele Instrumente, wenn Gefühle vertont werden? Price singt ab und zu im Hintergrund und lockert die von der ausdrucksstarken Stimme Lisa Chappels geprägten countrylastigen Tracks auf. „Desire“ ist einfach nur ein gutes Beispiel über wie viel emotionale Ausdruckskraft Chappell verfügt und die Gänsehautreaktion ist vorprogrammiert. Der Titelsong ist eine schöne Folkballade, die nur mit dem Klavier und ihrer Stimme eine einprägsame Melodie vorführt. Eine Alltagsgeschichte erzählt die Schauspielerin mit „Auckland Airport“ ganz ohne Instrumente, um dann mit „Clapping your hands“ acapella zu performen. Allerdings sind die anderen Songs qualitätsmäßig so gut, dass diese beiden eher überflüssigen Tracks nicht auffallen.

Wenn man bei einem Debütalbum kaum Schwächen erkennt, ist das ungewöhnlich, doch einzig die Festlegung, ausschließlich sanfte Folk/Countryperlen zu schaffen, könnte den kommerziellen Erfolg verhindern. Vergleiche mit Norah Jones sind sicher erlaubt, denn ein bisschen Pop-Jazz hat die gute Lisa mit ihrem Produzenten auch untergemischt. Chappell bezeichnet den irischen Songwriter Damien Rice sowie Cat Stevens als ihre musikalischen Vorbilder, doch scheint sie ihre eigene Mischung gefunden zu haben. Sicherlich erfordert der Hördurchgang eine entspannte, aber nachdenkliche Grundstimmung, die sich aber bei diesen feinen Melodien schnell einstellt.

Ein Kritikpunkt kann doch noch entdeckt werden: Die Texte, die genau wie die Kompositionen alle von Frau Chappell geschrieben wurden, tänzeln zwischen Belanglosigkeit und Gottesfürchtigkeit hin und her und reißen einen nicht so mit wie die gute Musik. Das nächste Album hat also noch Steigerungspotenzial.

Anspieltipps:

  • Desire
  • Lullaby
  • When then is now
  • Flowers in the wasteland
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