Mercenary - The Hours That Remain - Cover
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Mercenary The Hours That Remain


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zehn knallige Melodic-Metal-Songs, die bei Genrefans für eine Stunde gute Laune sorgen sollten.

Da kommt Freude auf: Endlich einen vernünftigen Plattendeal an der Hand (Century Media/EMI). Mit dem dritten Album in der Bandgeschichte endlich den kommerziellen Durchbruch geschafft („11 Dreams“, 2004). Auf sämtlichen großen Metal-Festivals gespielt (Wacken, Dynamo, Roskilde, Earthshaker, etc.). Den Vorschuss für das Nachfolgewerk bereits auf dem Konto und das Studio für die Aufnahmen gebucht. Schöne, heile Welt. Doch dann sagt plötzlich und unerwartet der Bandgründer und künstlerische Mastermind Servus und verlässt die Band. Sapperlot!

Natürlich hingen die verbliebenen Musiker der dänischen Melodic-Death-Metal-Kapelle Mercenary – Mikkel Sandager (Gesang), Jakob Molbjerg (Gitarre), Martin Buus (Gitarre), Morten Sandager (Keyboads) und Mike Park (Schlagzeug) – erst mal schwer in den Seilen, als Henrik „Kral“ Andersen (Bass, Death Growls) nach 15 Jahren seinen Hut nahm. Doch mit Produzent Jocob Hansen (Hatesphere, Maroon, Communic), der bisher alle Alben von Mercenary betreute, fand sich ein hervorragender Ersatzmann. Somit ist der Gute nicht nur für den Mix und den Sound von „The Hours That Remain“ verantwortlich, sondern auch für die tiefen Töne, die nach den Aufnahmen von Neuzugang René Pedersen übernommen werden.

Die spannende Frage für alle Fans dürfte lauten, wie sich die Band nach dem Ausstieg ihres Gründungsmitglieds mit der neuen Situation zurechtgefunden hat. Schließlich war Kral hauptverantwortlich für Musik und Texte, die den übrigen Jungs im Prinzip immer fast fertig vorgesetzt wurden. Diesmal mussten sie allein ran und machten aus der Not eine Tugend – und ganz neue Erfahrungen… So haben die melodischen Parts etwas mehr Gewicht bekommen (Keyboards und Chöre), die Kompositionen sind noch ausgefeilter und kein Song fällt deutlich unter die 5-Minuten-Marke. Der Death-Metal-Anteil ist dagegen völlig verschwunden und einem fast schon übertreiben bombastischen Sound im Stratovarius-Stil gewichen. Dennoch muss der geneigte Fan nicht auf Härte in Form van Blast Beats und Geschrei verzichten („Year of the plague“).

Als kleine Überraschung – oder einfach zur besseren Vermarktung – präsentieren die Dänen mit Marcus Bischoff von Heaven Shall Burn und Björn Strid (Soilwork) zwei Gäste am Mikro, die die Songs „Soul decision“ bzw. „Redefine me“ veredeln. Das ergibt unterm Strich zehn knallige Melodic-Metal-Songs, die bei Genrefans für eine Stunde gute Laune sorgen sollten.

Anspieltipps:

  • Lost reality
  • Soul decision
  • This eternal instant
  • Simplicity demand
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