Poisonblack - Lust Stained Despair - Cover
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Poisonblack Lust Stained Despair


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Weil sich der finnische Rockstar Ville Laihiala nach vielen Jahren als Sänger nach etwas anderem sehnte, gründete er als zweites Standbein neben seinem Job bei Sentenced die Dark-Metal-Gruppe Poisonblack. Das Mikrophon gab Laihiala an seinen Landsmann Juha-Pekka Leppäluoto ab, er selber schnappte sich die E-Gitarre und spielte zusammen mit diversen Freunden und Kollegen das Album „Escapexstacy“ (2003) ein.

Mittlerweile sind die melancholischen Düsterrocker Sentenced in die ewigen Jagdgründe der Rockmusik eingegangen und Poisonblack zur Hauptbeschäftigung von Ville Laihiala geworden. Und wie das Leben so spielt, fiel auch der Posten des Sängers wieder an ihn zurück, nachdem es diverse Besetzungswechsel gegeben hatte, darunter auch den des Shouters J.P. Leppäluoto. Zusammen mit Tarmo Kanerva (Drums), Marco Sneck (Keyboards), Antti Remes (Bass) und Janne Marukus (Gitarre) bildet Ville Laihiala nun das Line-Up von Poisonblack, die drei Jahre nach dem Debüt mit ihrem Zweitwerk „Lust Stained Despair“ auf der Matte stehen.

Doch auch hier lief nicht alles rund. Die Veröffentlichung verzögerte sich, weil die Band mit dem bereits fertigen Album nicht zufrieden war. Die Jungs nahmen sich eine Auszeit und machten sich im Frühjahr 2006 zurück ins Studio. Es entstanden neue Songs, die von Tue Madsen (The Haunted, Sick Of It All, Heaven Shall Burn) in den Sound gebracht wurden, welcher der Band anfänglich vorschwebte und nicht erreicht wurde. Und in der Tat, jetzt knallen Stücke wie der furiose Opener „Nothing else remains“ düster und unglaublich fett aus den Lautsprechern, ohne auf melodische Elemente und eine gewisse Eingängigkeit zu verzichten. So könnten auch HIM klingen, wenn sich Ville Valo dazu entschließen würde, endlich wieder zu rocken und nicht mit seichten Balladen auf die Charts zu schielen.

Dass sich Härte („Rush“) und Hitpotenzial („The living dead“) prächtig vereinen lassen, zeigen Poisenblack auf diesem Album ganz vorzüglich. Zudem schaffen es die Finnen weitgehend, auf die ätzende, aber im Gothic Rock/Metal typische Pseudo-Dramatik, zu verzichten. Lediglich bei Stücken wie „The darkest lie“ und „Nail“ klimpern die Keyboards allzu theatralisch, während die Gitarren bedeutungsschwanger jaulen. Doch das sind wirklich Ausnahmen, denn am Ende steht ein bemerkenswerter Ableger des Dark-Metal-Genres, der auch Nicht-Gruftis sehr zusagen dürfte.

Anspieltipps:

  • Rush
  • Raivotar
  • The living dead
  • Nothing else remains
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