Eat No Fish - Make It Home - Cover
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Eat No Fish Make It Home


  • Label: Artist Station Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Eat No Fish 1998 den Talentwettbewerb eines norddeutschen Radiosenders gewannen, schien die Zeit reif für die Band aus Einbeck. Sie vertraute auf rockige Klänge zwischen Alternative und Crossover und beschäftigte eine Sängerin. Selbiges taten auch die Guano Apes aus Göttingen. Diese hatten gerade ihr erstes Album „Proud Like A God“ (1997) draußen und stürmten vollkommen überraschend die Charts. Wenig später standen auch die Ulmer Die Happy mit „Supersonic Speed“ (2000) in den Startlöchern und das übliche Schauspiel in der Musikbranche griff wieder mal um sich: Eine Band nach der anderen wurde unter Vertrag genommen, die in das „Eat No Guano Happy“-Raster passte.

Im Vergleich zu oben genannten Bands konnten Eat No Fish zu keiner Zeit größere Fanscharen mobilisieren. Sie brachten über den Major Virgin/EMI zwei Alben auf den Markt, „Greedy For Life“ (1999) und „Insane“ (2001), die beide mehr oder weniger böse floppten. Seitdem herrschte Funkstille bei dem Quartett. Dieses bereitete einen totalen Neuanfang vor. Man trennte sich von Virgin Records, dem alten Management und Gitarrist Lars. Neu hinzu kam Jan, der den Vierer um Maria Koch (Gesang), Ruben Loos (Schlagzeug) und Mathias Krause (Bass) an der Gitarre ergänzt. Das Management hat die Band nun selbst in der Hand und als Plattenfirma wurde Artist Station Records gefunden, ein neues Label, das nach dem Motto „Dienstleistung gegen Beteiligung“ operiert.

Auch wenn sich Eat No Fish jetzt scheinbar autark im Business bewegen, dürfte ihr Drittwerk „Make It Home“ entscheidend über den weiteren Verlauf ihrer Karriere sein. So verwundert es nicht, wenn die Band in einem der stärksten Songs, dessen Riffing frappierend an Bush erinnert, sich selber Mut zuspricht und verkündet: „So here we go again. Follow me. It feels like restart“ (aus „Go again“). Und in der Tat ließe sich eine gewisse Verunsicherung nach fast fünf Jahren in der Warteschleife nachvollziehen. Der Musikmarkt hat sich stark verändert und nachdem Eat No Fish schon am Anfang ihrer Karriere nur die zweite Geige spielten, wird es das Quartett höchstwahrscheinlich auch mit „Make It Home“ schwer haben.

Auf jeden Fall könnte man wesentlich gelassener sein, hätten die in Hamburg ansässigen Musiker mehr Stücke vom Kaliber „Go again“ im Angebot. So aber treibt sich zuviel identitätsloses Alternative-Rock-Zeug auf dem Album herum, das gar nicht mal schlecht ist („Perfect drive“), aber auf Platte nur selten richtig kickt. Live könnten Songs wie „Easy love“, „Some day“ und „Until you’re mine“ dagegen richtig für Partystimmung sorgen, während atmosphärische Titel wie „One more second“ die Vielseitigkeit von Eat No Fish erahnen lassen. Fazit: Ein gelungenes Album, das sich irgendwie eine Nische suchen muss.

Anspieltipps:

  • Go again
  • Step inside
  • Make it home
  • One more second
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