The Bronx - The Bronx II - Cover
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The Bronx The Bronx II


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt nicht etwa Neues aus der New Yorker Bronx zu berichten, sondern von der Punkrockgruppe The Bronx aus Los Angeles. Diese legt drei Jahre nach ihrem selbstbetitelten Debüt, Album Nummer zwei, ebenfalls „The Bronx“ benannt, vor. Der Titel ist sicher nicht besonders einfallsreich, aber in den 60er und 70er Jahren waren solche Spielereien an der Tagesordnung. Also warum nicht auch jetzt?

In einer ähnlich spleenigen Tradition steht auch der Aufnahmeort, eine ehemalige Methadonklinik in Venice Beach. Dieser ist fast so kultverdächtig wie die Villa von Massenmörder Charles Manson am Cielo Drive in Los Angeles, die schon von einigen Bands für Plattenaufnahmen frequentiert wurde, u.a. Marilyn Manson und Nine Inch Nails.

The Bronx wurden im Jahr 2002 gegründet und sozusagen von Ex-„Guns ’N Roses“-Gitarrist Gilby Clarke entdeckt, der zumindest die ersten Demos der Band produzierte. Unter Vertrag sind Matt Caughthran (Gesang), Joby J. Ford (Gitarre), James Tweedy (Bass) und Jorma Vik (Drums) beim Major Island/Universal. Ihr neues, 34 Minuten kurzes Werk, wurde von Michael Beinhorn (Korn, Fuel, Marilyn Manson, Social Distortion, Soundgarden) produziert und bewegt sich musikalisch im traditionellen Bereich des Garagenpunk á la The Stooges, der mit räudigen Texten („Shitty future“) und ungeschliffenen Powerriffs dreckig aus den Boxen lärmt („History’s stranglers“).

Von auf Mainstream gebürsteten Punkbands wie Yellowcard, Simple Plan, Green Day, The Offspring oder auch Good Charlotte sind The Bronx meilenweit entfernt. Sie vernachlässigen zwar nicht ihre durchaus vorhandene melodische Seite („Oceans of class“), stecken aber in ihre Songs dermaßen viel Energie und Streetpunk-Attitüde, dass es kein Wunder ist, dass ausgerechnet Gilby Clarke auf die Band aufmerksam geworden ist. Denn auch die Gunners klangen in ihren Anfangstagen unglaublich wild und roh, so wie The Bronx heute.

Es ist ein kleines Wunder, dass The Bronx bei einem Major unter Vertrag sind und Alben wie dieses, mit ordentlichem Dreck unter den Fingernägeln, abliefern können. Sie kommen mit Songs, die meist nur 2½ Minuten lang sind, schnell auf den Punkt und erinnern damit wirklich fatal an die frühen Gunners zu „Live Like A Suicide“-Zeiten.

Anspieltipps:

  • Shitty future
  • Rape zombie
  • Oceans of class
  • Around the horn
  • Transsexual blackout (The Movement)
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