Sworn Enemy - The Beginning Of The End - Cover
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Sworn Enemy The Beginning Of The End


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Fantastisch! Da lösen sich nach der Reihe lang gediente Hardcore Bands auf und irgendwo im Untergrund brodelt bereits die neue Elite. Nicht dass es wirklich um jede einzelne Truppe leid wäre, denn allein Biohazard enttäuschten mit ihren letzten Output mehr als das sie überzeugten, aber bei Sick Of It All, Agnostic Front und Konsorten ist schon erfreulich zu hören, dass sie sich bester Gesundheit wähnen und erstere noch ein Hammeralbum wie „Death to tyrants“ zum 20jährigen Bandjubiläum auf die Beine stellen können. Mit einer ähnlichen Portion Feuer im Arsch und Wut im Bauch geht die ebenfalls aus New York stammende Truppe Sworn Enemy ans Werk. Wirklich ruhig oder still gehalten wird auch in ihrem Zweitling „The beginning of the end“ nie und wenn in den Stücken kurzzeitig Mid-Tempo angesagt ist, dann mit gehörig Druck, als würde eine Abrissbirne durch das Innenohr ins Gehirn knallen.

Damit die Tracks auch anständig Dampf aufweisen können, wird die Gitarren-Schlagzeug-Fraktion, bestehend aus Lorenzo Antonucci (Gitarre), Jamin Hunt (Bass) und Paul Antignani (Schlagzeug), einfach an der kurzen Leine geführt und darf sich gegenseitig prügeln. Dazwischen mischt sich ein aggressiver Sal LoCoco, der für den brachialen Gesang zuständig ist und die restlichen Musiker in ihrer Tour de Force antreibt und bestärkt, wie gleich im Opener „Forgotten“ unmissverständlich dargelegt wird. Nach einem verhältnismäßig ruhigen Beginn mündet im Anschluss „Scared of the unknown“ in eine düster gefärbte Rifforgie, die dem Text „Scared of the unknown / Prepare to be alone“ zusätzliche Prägung geben soll, bevor der Titeltrack dem Hörer kaum Luft zum Verschnaufen lässt, da dieser in einem Höllentempo an einem vorbeizieht und nach bereits 3:20 Halt macht.

Mit „Save your breath“ fahren die vier Jungs das nächste Mörderbrett auf, in dem der Anfang allein aus den Boxen fegt wie ein Hurricane in den USA, sodass die bisher verstrichene Viertelstunde nicht länger als gefühlte fünf Minuten angenommen wird. „Absorb the lies“ bedient sich den typischen im Chor dargebotenen Hardcore-Parolen, in diesem Fall „United“, brettert aber dennoch unbeirrt durchs Unterholz. Getoppt wird das Ganze durch „All I have“, ein Track, der das Zeug zum Klassiker hat. Ein in Midtempo dargebotener Beginn ufert nach einem Rifforgasmus in eine Moshpit-Schlacht, in der blaue Flecken das kleinste Übel sind. „Ohren auf und durch“ ist die Devise, anders übersteht man die Naturgewalt dieses Ungetüms nicht, denn stillhalten ist beim besten Willen ein Ding der Unmöglichkeit.

Sich ihrer Rolle als Vorbilder bewusst, erklären Sworn Enemy in „We hate“ kurzerhand „What I really hate is music like yours / Makes me wanna smash your head through a door /
Kill yourself go die” und meinen daraufhin „Your music sucks”, wobei mit ziemlicher Sicherheit nicht das gerade rotierende „The beginning of the end” gemeint werden kann, obwohl „No second chances“ den Teil der Platte einleitet, der einige bereits verwendete Ideen wieder aufgreift und „Here today“ und „Weight of the world“ im Gegensatz zu „After the fall“, das stimmlich von Sal LoCoco in einer Mischung aus Brüllen und Bellen dargeboten wird, in der Qualität ein wenig abfallen lässt.

Trotz der letzten zwei Tracks, in denen kaum Neues eingebracht wird, und einzelnen sich wiederholenden Passagen, schmettert der Vierer dem Hörer eine aggressive Mixtur aus Thrash Metal, Hardcore Rock und herrlich gepressten und drückenden Riffs entgegen, die erst einmal ein paar Durchgänge benötigt um aus dem Dauergrinsen, bezüglich der grandiosen und kompromisslosen harten Darbietung, ein bekennendes Nicken zu machen, das „The beginning of the end“ als „Must have“ für alle Genre-Liebhaber identifiziert.

Anspieltipps:

  • We Hate
  • Forgotten
  • All I Have
  • After The Fall
  • Save Your Breath
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