Kelis - Kelis Was Here - Cover
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Kelis Kelis Was Here


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 75 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Neptunes waren bisher die Produzenten der Sängerin Kelis und haben bei den drei Vorgängern erfolgreich gearbeitet. Nun ist Longplayer Nummer vier fertig und es hat sich was geändert: Kelis hatte schon immer ihren eigenen Kopf und versucht es jetzt ohne sie, aber dafür mit Ehemann und Rapper Nas und wechselnden Produzenten. Nur typische Black-Music-Alben abzuliefern ist nicht Kelis Berufung, sondern eher musikalische Vielfalt und ungewöhnliche Beats zu servieren. Die Texte sind gewohnt direkt und zeigen viel Selbstvertrauen nicht nur in ihr Talent.

Das erste Highlight setzt der Longplayer sofort, wenn die Sängerin im kurzen Intro mit wunderbar kratziger Stimme soviel Soul herauslässt, dass es eigentlich für die gesamte Platte gereicht hätte. Zusammen mit Nas wird dann bei „Blind fold me“ mit reduzierten Beats ein typischer Black-Music-Auftritt á la Kelis mit reichlich Bass im Stile der Neptunes vorgelegt. Nur die sind, wie erwähnt, nicht mehr als Produzenten für sie tätig, sondern Nas, Raphael Saadiq, Will.i.am und Gastsänger wie Cee-Lo von Gnarls Barkley oder der jamaikanische DJ Spragga.

Die musikalische Bandbreite ist enorm: Es wird Gitarren-HipHop in „I don't think so“ gereicht, dass wirklich die erstaunliche Kombination von fetten Beats, die von Gitarrenriffs bestimmt werden, und der wandlungsfähigen Stimme der Amerikanerin zu einem sehr hörenswerten Ergebnis bringt. Dann wieder erklingen staubtrockene Beats, die grooven, dass einem schwindlig wird, „Trilogy“ als Paradebeispiel. „Appreciate“ ist derart soulgetränkt und gospelverdächtig, da könnte Soulkönigin Mary J. Blige schon fast blass werden vor Neid. „Little star“ mit dem jetzt sehr angesagten Gnarls Barkley-Sänger Cee-Lo geht in eine ganz andere Richtung: ein eher ruhiger Song, der entspannt von den beiden herausragenden Stimmen lebt und sich als poppige R'n'B-Perle entpuppt. Ebenso verblüffend, die Musikstilrundfahrt von Kelis wunderbar abrundend, kommt „Circus“ aus dem Lautsprecher, das tatsächlich eine klassische Opernsängerin bzw. ein Sample in ein Duett mit Kelis verwickelt und es klingt zwar fremd, aber keineswegs schlecht, denn die HipHop-Beats mischen sich gekonnt mit den so fremden hohen Tönen der Klassik. Zum guten Schluss wirft „Goodbyes“ mit lateinamerikanischem Rhythmus um sich und macht richtig Spaß.

Es ist ganz schwierig, diese 19 Songs in eine musikalische Schublade zu stecken, denn es ist einfach zuviel Unterschiedliches dabei. Nicht jeder der Tracks ist genial, doch die Selbstverständlichkeit mit der sich Kelis an den eher fremden Musikrichtungen versucht und diese sofort erfolgreich adaptiert, ist absolut verblüffend und endet in qualitativ hochwertigen Songs.

Anspieltipps:

  • Trilogy
  • Circus
  • Little Star
  • Goodbyes
  • I Don't Think So
  • Appreciate Me
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