Ben Kweller - Ben Kweller - Cover
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Ben Kweller Ben Kweller


  • Label: Red Ink/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der 25jährige Ben Kweller hat eine hochinteressante Entwicklung hinter sich. Angefangen hat alles mit der Teeny-Rockband Radish, die immerhin drei Alben veröffentlichte. Nach deren Ende schlug Kweller eine Solokarriere ein, die inzwischen in die dritte Runde geht. Musikalisch bewegte sich das Allroundtalent aus Greenville, Texas dabei vom LoFi-Power-Pop seines Majordebüts „Sha Sha“ (2002), über den von Rootsrock geprägten Sound auf „On My Way“ (2004), bis hin zum neuen Singer/Songwriter-Album „Ben Kweller“.

Das neue Werk schlägt mit dem ordentlich drückenden Schlusslied „This is war“ und dem poppigen Opener „Run“ nur noch wage Brücken in die Vergangenheit. Ansonsten präsentiert Ben Kweller ein unerwartetes Kontrastprogramm, für das er sämtliche Instrumente, vom Xylophon bis zum Schlagzeug, alleine einspielte. Lediglich der britische Produzent Gil Norton (Foo Fighers, Gomez, Jimmy Eat World, Feeder) bekam Zutritt ins Studio. Das traut man dem guten Ben eigentlich gar nicht zu, wenn man ihn mit zerzauselter Frisur, und träumerischem Blick vom Cover schauen sieht. Doch der Kweller kann’s. Und wie!

Erneut schüttelt er wunderbare Melodien aus dem Ärmel („Run“, „Sundress“, „Nothing happening“) und erinnert dabei ein ums andere Mal an den jungen Bruce Springsteen und Tom Petty, allerdings ohne das zwiespältige „Vergnügen“ einer hallüberzogenen 80er-Jahre-Produktion der Marke Jeff Lynne nachzuahmen. Gil Nortons Sound ist wesentlich natürlicher und wärmer. Er lässt den Songs ihre Seele und bläst sie nicht zu überladenen Seifenblasen auf, auch wenn es mal etwas deftiger zur Sache geht („Penny on the train track“). Außerdem hat Ben Kweller keine E-Street Band und keine Heartbreakers an der Seite. Er reproduziert quasi im Alleingang den amerikanischen Rocksound der ausgehenden 70er Jahre und würzt diesen mit knappen Texten, die Geschichten von alten Freunden, Freiheit, Verlust und Liebe erzählen.

Um dieses Album in seiner ganzen Pracht fassen zu können, braucht es nur wenige Durchläufe. Theorien von sich nur langsam erschließenden Werken und der dadurch entstehenden längeren Halbwertzeit, stellen sich einmal mehr als falsch heraus. Deshalb: Sollte jemand auf der Suche nach Nachfolgern von Bruce Springsteen (aber nicht zu „Born In The USA“-Zeiten) und Tom Petty sein, hier ist er!

Anspieltipps:

  • Run
  • Sundress
  • Until I die
  • I don’t know why
  • Penny on the train track
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