Indigo Girls - Despite Our Differences - Cover
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Indigo Girls Despite Our Differences


  • Label: Hollywood Rec/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz über 20 Jahren im Musikgeschäft sind die Indigo Girls hierzulande noch recht unbekannt. Das Folkrockduo Amy Ray und Emily Saliers komponieren und texten ihre Werke selbst und haben in ihrer Heimat USA den größten kommerziellen Erfolg eingefahren. Amy Ray gründete ein Label names Daemon Records, das aufstrebenden Künstlern eine Chance gibt und war auch schon auf musikalischen Solopfaden unterwegs. Beide haben Songs für andere geschrieben, also kann man sie schon als echte Vollblutmusikerinnen bezeichnen. Außerdem engagieren sie sich für die Rechte von Minderheiten wie Homosexuellen und Ureinwohnern und haben schon unzählige Benefizkonzerte gespielt.

Auf dem aktuellen Pink-Album „I'm not dead“ sangen sie zusammen mit Pink „Dear Mr. President“, eine politische Anti-Bush-Hymne. Das hat Pink zum Anlass genommen, bei diesem Longplayer der Indigo Girls bei „Rock and Roll Heaven's Gate“ die unverkennbare Backgroundstimme zu übernehmen. Der Produzent der 13 Tracks ist übrigens kein geringerer als Mitchell Froom, der schon Pearl Jam, Paul McCartney, Sheryl Crow und Crowded House musikalisch beriet.

Der Opener „Pendulum Swinger“ gibt den musikalischen Kurs vor: Der Hörer bekommt gepflegten Folkrock mit teilweise zweistimmigen Gesang serviert. Das Tempo wird abwechselungsreich variiert, aber die Indigo Girls kombinieren ihre meist traurigen Texte auch durchaus mit der ruhigen, aber durchaus songwriterisch guten Variante des Folkrocks.

Zur Kategorie echter Balladen mit Pianounterstützung gehören „Fly away“, „Dirt and dead ends“ und „Last Tears“. Das letztgenannte entstand mit der stimmlichen Unterstützung von Brandi Carlile, einer Newcomerin in der Folkwelt, die die Indigo Girls schon als Support auf Tour begleitete. „Dirt and all ends“ klingt dermaßen traurig, das berührt auch Hartgesottene. Der Song mit Pink besticht durch härtere Töne und rockt sehr gut. Amy Rays Stimme erinnert ein wenig an Melissa Etheridge, die bekanntlich die sehr harten, aber auch die ruhigen und emotionalen Klänge beherrscht. Es ist kein schwacher Track zu entdecken, das ist schon eine beachtenswerte Leistung der beider erfahrenen Sängerinnen, die natürlich auch die meisten Instrumente, vorzugsweise Gitarren, selber einspielen.

Ähnlich wie bei Jack Johnson, auch wenn dieser Folkpop kreiert, passt das Gesamtkonzept, nur ragt kein Song wirklich heraus. Die Qualität des Longplayers ist aber auf jeden Fall überdurchschnittlich und es wird Zeit, dass auch die Europäer mit diesem Duo Bekanntschaft machen, sprich die CD kaufen.

Anspieltipps:

  • Pendulum Swinger
  • Little Perennials
  • Run
  • Rock and Roll Heaven's Gate
  • Fly Away
  • Dirt and Dead Ends
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