Nas - HipHop Is Dead - Cover
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Nas HipHop Is Dead


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

HipHop is dead? Damn, I don’t think so! Denn Nas beweist mit seinem neuen Album eindeutig das Gegenteil und bringt den HipHop back to the Streets. Mit über 12 Millionen verkauften Alben und seinem 1994-„Illmatic“-Klassiker zählt Nasir Jones aka Nas zu „den“ HipHop-Größen der Geschichte. Mit seinem unendlich großen Wortschatz und geschmeidigen Reimen hat Nas schon immer zu einem der politischsten MCs gehört und das ausgesprochen, was alle dachten. Manche würde ihn sogar als das „Gewissen des HipHop“ bezeichnen, dessen Titelehre er eindeutig mit seinem Def-Jam-Debüt „HipHop Is Dead“ unter Beweis stellt. Mit diesem Meisterwerk, das nach „Illmatic“ zu einem weiteren Klassiker der Nas-Ära zählen wird, stellt Nas alle Möchtegern-Rapper à la 50 Cent und Nelly in den Schatten und zeigt sich sogar auf einer höheren lyrischen Ebene als Kollege und Ex-Dissgegner Jay-Z.

Mit dem Albumtitel „HipHop Is Dead“ sorgte Nas schon vor dem Release für eine Menge Schlagzeilen. Doch der gute Mann hat Recht und zeigt auf seinem neuem Album, was „realer Street-HipHop“ ist. Denn schon lange haben wir ein solches Rap-Niveau nicht mehr zu Ohren bekommen. „Es gibt heutzutage keine politischen Stimmen mehr. Die Musik ist leblos. Unser ganzes Denken ist tot, unser Kommerz ist tot.“, ließ Nas in einem Interview verlauten und lässt das „Denken“ mit „HipHop Is Dead“ wieder aufleben.

Insgesamt schmückt „HipHop Is Dead“ 16 Tracks, in denen Nas von Künstlern wie Will.I.Am, Jay-Z, Kelis, Snoop Dogg, The Game und Kanye West gefeatured wird. Das Introduction-Lied „Money over bullshit“ unterstreicht mit einem schlichtgehaltenen Beat die lyrische Perfektion von Nas und sagt eigentlich nur eins aus, nämlich „Nas is back“! Mit dem von Scott Storch produzierten Beat auf „Carry on tradition“, teilt Nas Ratschläge und Warnungen an seine Rapkollegen aus. Einen unglaublich funkigen Song präsentiert Nas mit seinem selbst produzierten Track „Where are they now“, indem er die vergangenen Rapgrößen, wie Tim Dogg, King T, Rob Base, All Scratch, Busy B, The Skinny Boys, Kris Kross oder auch EPMD aufzählt und sich fragt, wo man solche Künstler heutzutage noch findet. Auf geniale Weise hat Nas hier ein Sample von Funklegende James Brown („Get up, get into it, get involved“) mit eingebaut, das unheimlich groovt. Auf dem Titelsong und gleichzeitig der ersten Single „HipHop Is Dead“ findet man einen fetzigen Rock-Beat, der mit Old-School-Breaks verknüpft ist. In dem von Will.I.Am produzierten Stück setzt sich Nas mit einem unglaublichen Flow mit dem heutigen kommerziellen HipHop auseinander und kritisiert, wie der Rap sich zurzeit entwickelt („Everybody sounds the same, commercialize the game , they forgot where it started went from turntables to mp3’s“).

Der gemeinsame Song mit Jay-Z ist schon vor dem Hören ein Klassiker. Denn nach jahrelangen Streitereien, haben die zwei Rapgrößen sich endlich versöhnt und auch einen gemeinsamen Track aufgenommen. Das bedeutet, dass sich zwei der größten MCs auf einem Song befinden und lyrisch ihr Bestes geben – I mean, what more can I say? Zusammen mit Ehefrau und Sängerin Kelis, die mit einem verträumten Gesang für den Refrain zuständig ist, stellt Nas in „Not going back“ klar: „the hood’s in me forever, but I’m not going back“ und wird dabei von einem nachdenklichen und ruhigen Beat begleitet.

Einen ruhigen Beat mit smoothen Sounds bietet auch „Still Dreaming“, indem Chrisette Michelle im Hintergrund singt und Kanye West als Produzent und MC Nas zur Seite steht. Ein Laid-Back-Song vom Feinsten mit einem typischen Kanye West Sound. Es folgen zwei Storytellersongs mit genialen Punchlines und Kopfnicker-Niveau („Hold down the block“, „Blunt ashes“), in denen Nas sich noch einmal solo durchschlägt und seine lyrische Begabung unter Beweis stellt. Eine weitere Begabung stellt Nas in „Let there be light“ vor, allerdings kommt diese durch die außerordentlich soulige Stimme von Newcomer Tre Williams. Der zweite produzierte Track von Kanye West ist purer Soul gemischt mit tollen HipHop-Skills („Nas is the ghetto American Idol when your 4 years in the game we can have a conversation, 8 years I’ll invite you on vacation, 10 years after I’ve enjoyed my fame I’ll let you pick my brain“).

Fensterscheiben herunter kurbeln, Sonnenbrillen aufsetzen und Musik auf volle Lautstärke drehen ist bei „Play on playa“ gemeinsam mit Snoop Dogg ein Muss. Die klassischen West-Coast-Klänge vereinen sich mit den Reimen von Snoop und Nas, wobei die Beiden keine Auszeit nehmen und den ganzen Song über rappen. In dem erneut von Will.I.Am produzierten „Can’t forget about you“ geht es nicht, um eine verflossene Liebe, sondern um den Old-School („can’t forget about the Old-School“). Die 21jährige Chrisette Michelle gibt dort ihre Stimme zum Besten und stellt Nas sogar fast mit ihrer souligen und jazzigen Stimme in den Hintergrund.

Ein echter Burner verbirgt sich hinter dem von Dr. Dre produzierten Track „Hustlers“, indem Nas von The Game und Marsha Ambrosius unterstützt wird. Die beiden MCs droppen ihre Reime gekonnt über den von Dr. Dre produzierten Beat und überzeugen mit gewohnt genialen Reimen, in denen The Game sogar seine Ex-Crew G-Unit verspottet („Compton, Compton, no G (-Unit)“).Ein letztes Sahnehäubchen gibt es mit „Hope“, wo Nas noch einmal eindeutig unter Beweis stellt: „HipHop will never die“. A Capella präsentiert uns Nas sein Talent und beendet sein Meisterwerk „HipHop Is Dead“ mit einer klaren Botschaft: HipHop is not dead, so lange Nas noch da ist!

Anpieltipps

  • Where Are They Now
  • Hip Hop Is Dead
  • Black Republican
  • Still Dreaming
  • Let There Be Light
  • Hustlers
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