The Lemonheads - The Lemonheads - Cover
Große Ansicht

The Lemonheads The Lemonheads


  • Label: Vagrant/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Als wäre nichts geschehen. Ganz ohne Vorwarnung. Auf einmal ist er wieder da: Evan Dando, der Mädchenschwarm der späten 80er Jahre und musikalischer Kopf der Lemonheads. Zehn Jahre nach „Car Button Cloth“ (10/1996), dem letzten Studioalbum der Lemonheads, und einer wenig fruchtbaren, zudem unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit verlaufenen Solokarriere, meldet sich der 39-Jährige mit einer neuen Lemonheads-Platte zurück.

Und weil wirklich alles beim Alten geblieben ist (auch die Personalrotation), präsentiert der drogenaffine Rockstar elf wunderbar abgehangene Alternative-College-Indie-Pop-Punk-Country-Rock-Songs, als wäre „It’s a Shame About Ray” (06/1992) erst gestern erschienen. Aber warum dieser Sinneswandel? Ist die Kohle, die er in den Neunzigern satt verdient, aufgebraucht? Hat Evan etwa Langeweile? Was immer es auch sein mag. Die Begründung „Ich wollte mal wieder eine verdammt laute Platte machen...“ kann es jedenfalls nicht sein, auch wenn er sich mit dem Schlagzeuger Bill Stevenson und dem Bassisten Karl Alvarez (beide von den Descendents) zwei echte Rocker ins Boot holte und bei zwei Stücken auf den Riff-Papst J. Mascis (Dinosaur Jr.) zurückgreifen konnte.

„The Leomonheads“ ist kein rumpelndes Punkrockalbum, sondern die nostalgisch angehauchte Fortführung des erfolgreichen 90er-Jahre-College-Pop. Es fehlen zwar die ganz großen Hits, aber dennoch klingen die 34 Minuten wie aus einem Guss. Egal, ob es mal lauter rockt („Black gown“) oder Herr Dando etwas zurückhaltender an die Sache herangeht („Become the enemy“) – er knödelt sich elegant in bester Slacker-Manier durch ein gutklassiges Album. Da gehen leicht psychedelische Elemente mit einer zuckersüßen Melodie einher („Let’s just laugh“) oder wird herzhaft und ein bisschen schräg auf der Akustischen geklimpert und das Ganze mit einem coolen E-Gitarrensolo gewürzt („Baby’s home“). Das ist Indie-Rock at it’s best und die beruhigende Nachricht, dass Evan Dando es nicht verlernt hat, eingängige Melodien zu schreiben.

Anspieltipps:

  • Steve’s boy
  • Baby’s home
  • No backbone
  • Poughkeepsie
  • Let’s just laugh
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

News Of The World (40th Anniversary Edition)
  • 2017    
8/10

Automatic For The People (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „The Lemonheads“
comments powered by Disqus