Sparta - Threes - Cover
Große Ansicht

Sparta Threes


  • Label: Anti Records/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Jetzt haben wir den Salat. Nachdem sich die großartigen At The Drive-In, die mit jedem neuen Album an Intensität hinzugewannen, in zwei Lager (The Mars Volta, Sparta) gespalten hatten, war der Langzeit-Fan von dieser betrüblichen Kunde natürlich mehr als desillusioniert. Doch als „De-loused in the comatorium“ (06/2003) den Hörer mit einer unglaublichen Salsa-Progrock-Hardcore-Mixtur buchstäblich das Gehirn aus dem Schädel blies und „Porcelain“ (07/2004) ein Jahr später durch melodische und hochemotionale Post Hardcore-Stücke ein zufriedenes Lächeln im Gesicht zurückließ, war die Welt wieder im Lot. Allerdings nur für kurze Zeit. Die immer mehr dem Free Jazz und undefinierbaren progressiven Spielereien anheim gefallenen The Mars Volta sackten qualitativ deutlich ab und befinden sich mit dem letzten Werk „Amputechture“ nun irgendwo zwischen Mittelmaß und bemühtem Selbstzitat.

Ebenso Sparta. Man kann zwar neidlos anerkennen, dass Jim Ward (Gesang, Gitarre), der für Paul Hinojos eingewechselte Keeley Davis (Gitarre), Matt Miller (Bass) und Tony Hajjar (Schlagzeug) durchaus ihren Stil, respektive einen eigenen musikalischen Kosmos gefunden haben, doch abseits der berührenden Texte und dem unverwechselbaren Klangbild, gibt es auf „Threes“ gegenüber dem deutlich besseren, weil kompakteren „Porcelain“ (abgesehen von einer stärkeren Anvisierung des Pathos-Rock) so gut wie keine Neuerungen. „Wenn ein Song zu popig oder melancholisch wurde, ließen wir ihn einfach so. Diese Herangehensweise war eine große Befreiung für uns“ soll sich die Band über den neuesten Streich geäußert haben und bei jedem zweiten Song möchte man dieser Aussage zustimmen.

Auf der einen Seite erklingt der Großteil der Songs zu simpel oder mit bereits verwendeten Strukturen versehen, da vom eigenen Anspruch geblendet, während es Sparta auf der anderen ohne große Anstrengungen schaffen mit einer bedrückenden Stimmung aufzuwarten, die den Hörer packt und gar nicht erst loslassen will, bis der nächste Track die wunderschön aufgebaute Kulisse in seinen Grundfesten zerstört und brutal niederreißt. Dadurch wird „Threes“ letzten Endes zu einem ambivalenten Album, das weder Fisch noch Fleisch ist und anscheinend auch gar nicht anders will. Allein „Weather the storm“ zeugt von der Unentschlossenheit, die während den Aufnahmesessions in einer Lagerhalle in El Paso gewütet haben muss, wenn das Stück mit dem Gedanken spielt ins Progressive abzudriften, sich dann aber doch dazu entschließt lieber in der atmosphärisch dichten Hardcore Rock-Nische der Texaner zu bleiben. Die Verkündung Hajjars „We are still growing as a band“ kann demnach als Entschuldigung gesehen werden. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Anspieltipps:

  • Atlas
  • Crawl
  • Red.Right.Return.
  • The Most Vicious Crime
Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
6.5/10

The Mission
  • 2017    
Diskutiere über „Sparta“
comments powered by Disqus