Pat Cash - Rien Ne Vas Plus - Cover
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Pat Cash Rien Ne Vas Plus


  • Label: Wigwam/SonyBMG
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Pat Cash war vor vielen Jahren ein Weltklasse-Tennisspieler, der vollkommen überraschend im Jahr 1987 den Wimbledon-Titel holte, auch weil Titelverteidiger Boris Becker sensationell in der 2. Runde rausflog. Außer Tennis war Musik immer die große Leidenschaft des Australiers. Tja, und jetzt bringt er sein erstes HipHop-Album auf den Markt.

Okay, kleiner Scherz am Rande. Der Pat Cash, um den es hier geht, ist seit über zehn Jahren mit seinem ganz eigenen Stil in der Rap-Szene unterwegs. Seine Kollaborationen („Moqui Marbles“) und Beiträge auf Mixtapes verkauften bisher 20.000 Einheiten. Es spielte Gigs u.a. mit Samy Deluxe, den Beginnern, Ferris MC sowie Eins Zwo und legt jetzt mit „Rien ne vas plus“ sein erstes Soloalbum vor. Dieses erscheint parallel zu Bushidos neuem Werk „Von der Skyline zum Bordstein zurück“, kommt aber ohne Bling Bling, Gangstas, Battles, Disses, Beefs und menschenverachtende Texte aus. Dafür holte er sich mit Reno, Franky Kubrick, Clueso und Millicent ein paar hungrige und hochkarätige Gäste ins Studio.

Pat Cash geht bei seinem Solodebüt ziemlich straight und Old-School-like zu Werke. Dabei kombiniert er diverse Titel mit sehr bekannten, poppigen Samples. So baut „Mein Traum – Feat. Reno“ auf den Hit „She’s like the wind“ von „Dirty Dancing“-Star Patrick Swayze auf, Jay-Zs Klassiker „Hard knock life“ fließt in „Das Los ist hart“ ein, „Was ich will – Feat. Franky Kubrick“ sampelt „For you“ von Manfred Mann’s Earth Band (übrigens aus der Feder von Bruce Springsteen), „Here I am“ bedient sich ganz sympathisch bei „Send me an angel“ von den Scorpions und „Ooops” ist eine subjektiv empfundene Mischung aus „Rapper´s delight” (Sugarhill Gang), „Oops I did it again” (Britney Spears) und „Bruttosozialprodukt“ (Geier Sturzflug), während „Baila“ geschickt mit Latino-Rhythmen spielt. Als Hidden Track nimmt sich Pat Cash dann noch „Axel F.“ von Harold Faltermeyer zur Brust. Nett, aber überflüssig, da der Song in den letzten 20 Jahren zu oft verwendet und zuletzt von den Machern des grenzdebilen Crazy Frog gecovert wurde. Aber das soll hier auch nicht das Thema sein...

Ähnlich wie Curse bietet Pat Cash eine erwachsene Form von HipHop/Rap. Kein billiges Material, mit dem sich die Kids schocken und/oder begeistern lassen. Hamburger Schule eben, ist man geneigt zu sagen. Kein Pseudo-Ghetto-Scheiß, sondern fein zusammengebaute Beats, Samples und Lyrics, die man sich mehrmals am Stück anhören kann, ohne sich zu langweilen. Wenn ein Album wie „Rien ne vas plus“ jetzt auch noch amtlich charten würde, wäre alles perfekt. Wir werden es sehen. Vielleicht ist diese Welt ja doch ein kleines bisschen gerecht...

Anspieltipps:

  • Am Ende
  • Was ich will
  • Mein Traum
  • Don’t love you
  • Du hast Stress
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